Das Schweizer Geldinstitut hat Parmalat-Anleihen um 420 Mill. Euro gekauft, will sie aber nicht bei Anlegern platziert haben.
Mailand/ Rom (ag). Im Zusammenhang mit dem Parmalat-Skandal sind am Freitag die Mailänder Geschäftsräume des Schweizer Finanzkonzerns UBS durchsucht worden. Zuvor hatten die Ermittler bereits die Büros der Deutschen Bank, der US-Bank Morgan Stanley, einer Tochter der Banca Intesa und der Rating-Agentur Standard & Poor's durchsucht. Beim italienischen Lebensmittelriesen klaffen in den Bilanzen Löcher von 14,5 Mrd. Euro.
Die Behörden interessieren sich vor allem für die Rolle der Banken bei einer milliardenschweren Anleihe-Emission von Parmalat. Den Banken wird vorgeworfen, die Anleihen empfohlen zu haben, als sie schon von den Bilanzlöchern wussten.
UBS hatte erklärt, im Juli 2003 Parmalat-Anleihen im Wert von 420 Mill. Euro gekauft zu haben. Diese Anleihen seien aber nicht bei Anlegern platziert worden, das Risiko für UBS sei im Markt abgesichert worden.
Die Durchsuchung bei UBS könnte mit den Aussagen von Parmalat-Ex-Finanzchef Fausto Tonna zusammenhängen, der seit 31. Dezember in Haft sitzt.
Zwölf Banken, darunter die Parmalat-Gläubiger Capitalia, BNL und Banca Intesa, haben Parmalat eine Finanzspritze von 150 Mill. Euro gewährt. Die Summe ist für die Fortsetzung der Produktion nötig.
Der italienische Industrieminister Antonio Marzano hat indes nach einem Treffen mit Parmalat-Sanierer Enrico Bondi versichert, dass es vorerst zu keinen Kündigungen bei Parmalat kommen werde. Gehälter und Lieferanten werden regelmäßig bezahlt. Trotz der desaströsen Finanzlage sei Parmalat von industriellen Standpunkt her ein gesundes Unternehmen. Bondi will Ende Februar einen Sanierungsplan vorlegen, den die Regierung genehmigen wird. Dann bedarf es noch einer Einigung mit den Gläubigern.