"Deal des Jahres": Google an die Börse

Die Transaktion, die bis April über die Bühne gehen soll, hat ein Volumen von bis zu vier Mrd. Dollar.

New York / Palo Alto (bloomberg). Der bevorstehende Börsengang von Google Inc. soll ein Emissionsvolumen von bis zu vier Mrd. Dollar haben und wird damit der größte Börsengang (IPO) seit Juli 2002. Investoren sprechen bereits vom "Deal des Jahres".

Google, die weltweit meistgenutzte Internet-Suchmaschine, dürfte ein Drittel des Kapitals an die Börse bringen und auf eine Marktkapitalisierung von etwa zwölf Mrd. Dollar kommen. Das Unternehmen wird die Börseneinführung voraussichtlich noch im Jänner bei der US-Börsenaufsicht SEC beantragen. Bis April soll die Transaktion über die Bühne gehen.

Der Zeitpunkt ist günstig, denn Computerwerte sind bei den Investoren wieder gefragt. Der Nasdaq Composite Index ist binnen Jahresfrist um 45 Prozent gestiegen.

Über Google recherchieren die meisten Internet-Nutzer, ermittelte das Marktforschungsinstitut ComScore Networks. Gegen Lizenzgebühren sind Ergebnisse auch auf anderen Websites zu finden, zum Beispiel bei America Online von Time Warner Inc.

Google wurde 1998 von zwei Absolventen der Stanford University - Sergey Brin und Larry Page - gegründet. Heute zählt das Unternehmen über tausend Mitarbeiter. 2003 wies Google einen Nettogewinn von rund 200 Mill. Dollar bei einem Gesamtumsatz von etwa einer Mrd. Dollar aus. 2004 sollen die Zahlen auf 300 Mill. Dollar beziehungsweise 1,5 Mrd. Dollar steigen.

Das Mandat für die Börseneinführung von Google haben die Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs gewonnen. Sie stehen an der Spitze einer Gruppe von Underwritern, zu denen Citigroup, Credit Suisse First Boston, J. P. Morgan Chase und zwei kleinere Institute - Thomas Weisel und WR Hambrecht - gehören. Merrill Lynch mit der weltgrößten Broker-Mannschaft ist nicht dabei.

Bei einem Emissionsvolumen von vier Mrd. Dollar dürften die Banken bis zu 280 Mill. Dollar an Gebühren kassieren - vorausgesetzt, es gilt der Standardsatz von sieben Prozent. Allerdings sind die Provisionen bei den großen IPOs in der Regel niedriger.

Während Morgan Stanley und Goldman Sachs schon vergleichbare Deals (Netscape, Yahoo, Ebay) abgewickelt haben, ist die Google-Transaktion für WR Hambrecht das größte Mandat aller Zeiten. Die kleine Investmentbank ist spezialisiert auf Aktien-Platzierungen über Internet und hat seit April 1999 Aktienemissionen im Volumen von knapp 310 Mill Dollar begleitet. Bei der Online-Auktion neuer Aktien, bekannt unter dem Namen "Open-IPO", geben private und institutionelle Investoren ein, wie viele Aktien sie zeichnen wollen und zu welchem Preis. Daraus ermittelt Hambrecht den höchstmöglichen Ausgabekurs, zu dem alle Aktien platziert werden können.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.