Siltronic: Für die Börse hübsch gemacht

Der X-Fab Börsengang war ein Flop, jetzt kommt Siltronic.

frankfurt. Nach dem Riesenflop des X-Fab-Börsegangs kommt jetzt mit dem Waver-Hersteller Siltronic der nächste Börsenkandidat auf den Markt. Siltronic ist aus einem Großkonzern erwachsen, nämlich aus der Wacker-Chemie. Seine Produkte sind unverzichtbare Basis fast aller elektronischen Bauteile: Waver sind Siliziumscheiben, die die Grundlage zur Herstellung von Halbleitern bilden. So weit, so gut. Nicht gut ist, dass Siltronic mit 1,8 Mrd. Euro bewertet werden dürfte und damit mit dem 2,1fachen des Jahresumsatzes. Damit scheinen sich die Emissionsbanken, Deutsche Bank und Morgan Stanley, am ebenfalls börsennotierten amerikanischen Konkurrenten MEMC zu orientieren. Den kennt man aber seit fast 14 Jahren an der Börse, Siltronic nicht.

Siltronic bietet weniger Transparenz als die Amerikaner. Daran hatte es schon X-Fab gefehlt, weil der größte Kunde der Erfurter im Einflussbereich des Großaktionärs steht und deshalb Manipulationen an den Verkaufspreisen nicht ausgeschlossen wurden, um X-Fab für die Börse schön zu machen.

Analysten haben deshalb auch die Siltronic-Bilanz kritisch angeschaut. Sie haben einen Zinsverzicht der Mutter Wacker-Chemie für Kredite an Siltronic gefunden. Mache man das bei Töchtern, denen es gut gehe, fragen sie. Auch sei eine Siltronic-Tochter an die Mutter verkauft worden - etwa, um die Verluste nicht so groß aussehen zu lassen?

Von Bilanzverfälschung will zwar niemand reden. Aber dass man sich "hübsch" gemacht habe mit "kosmetischen Maßnahmen", das wird den Münchnern jetzt aber schon vorgehalten.

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