Klagenfurt

Mutter bezeichnet Kleiderordnung als „faschistisch“: Kärntner Schülerin muss gehen

Unter anderem sieht die Kleidervorschrift vor, dass die Schülerinnen und Schüler keine bauchfreien T-Shirts tragen sollen.
Unter anderem sieht die Kleidervorschrift vor, dass die Schülerinnen und Schüler keine bauchfreien T-Shirts tragen sollen.APA / Barbara Gindl
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Die Regel sieht vor, dass keine bauchfreien T-Shirts, Oberteile mit Spaghettiträgern oder zu kurze Röcke getragen werden sollen. Die Mutter rief dazu auf, sich nicht daran zu halten. Der Schulverein löste daraufhin den Vertrag mit der Tochter auf.

Eine zwölfjährige Schülerin der katholischen Privatschule St. Ursula in Klagenfurt hat wegen einer Auseinandersetzung ihrer Mutter mit dem Schulverein die Schule verlassen müssen. Hintergrund war die Kleiderordnung der Schule, die Mutter hatte diese als „faschistisch“ bezeichnet, woraufhin der Schulverein den Vertrag auflöste, bestätigte ein Mitglied des Vereins am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der „Kleinen Zeitung“.

Auslöser war ein Brief der Schule an die Eltern, in dem unter anderem festgehalten wurde, dass beim Schulbesuch auf „ordentliche“ Kleidung zu achten sei: Keine bauchfreien T-Shirts, keine Tops mit Spaghettiträgern, keine Leggings und keine zu kurzen Röcke und Hosen („nicht kürzer als eine Handbreite über dem Knie“). Die erwähnte Mutter habe das als „patriarchales Verhalten“ und eine „Unterdrückung des Feminismus“ bezeichnet, was man vonseiten der Schule unkommentiert gelassen habe. „Daraufhin legte die Mutter in einem Eltern-Chat nach, bezeichnete die Kleiderordnung als faschistisch und rief andere Eltern auf, dass sie sich mit ihren Kindern nicht an die Regeln halten sollten“, hieß es vom Schulverein.

Entschuldigung der Mutter ändert nichts

Für die Schulbetreiber Grund genug, den Schulvertrag mit dem Mädchen aufzulösen: „Das gegenseitige Vertrauen ist zu sehr gestört.“ Daran habe auch eine Entschuldigung der Mutter nichts mehr geändert. Dass die Schülerin die Leidtragende des Causa ist, sei dem Schulverein bewusst: „Und das tut uns auch leid. Aber das Kind muss in dem Fall die Konsequenzen für das Handeln der Mutter tragen.“ Die Zwölfjährige habe sich übrigens stets an die Kleiderordnung gehalten. Und überhaupt gebe es weder bei den Schülern noch bei anderen Eltern Widerstand gegen die Kleidervorschrift.

Die Causa hat am Mittwoch auch den für Bildung zuständigen Landesrat Daniel Fellner (SPÖ) auf den Plan gerufen: „Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass es in dieser ganzen Diskussion nur einen Verlierer gibt: Die Schülerin, welche am Schulanfang von ihren Klassenkameraden getrennt wird.“ Er erwarte sich, „dass die Erwachsenen hier eine Vorbildfunktion übernehmen und den Schülerinnen und Schülern vorzeigen, wie Konflikte zu lösen sind: In einem gemeinsamen Gespräch an einem Tisch“. Dafür scheinen die Fronten aber zu verhärtet, wie es vom Schulverein heißt - man habe der Mutter auch rechtliche Schritte angedroht, falls sie weiterhin öffentlich von einer „faschistischen Kleiderordnung“ spricht. Wie die Bildungsdirektion Kärnten der Schule mitgeteilt habe, sei für das Mädchen bereits ein Platz in einer anderen Schule gefunden worden. (APA)

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