Der Wiener Verein Rapid bekommt endlich ein Frauenteam – weil die Rapid-Fans Clara Gallistl, Renata Seiler und Joey Czajka nicht locker ließen.
Es sind Mia, Paula, Salma, Sofie, Victoria und noch einige mehr, die vor einigen Tagen Wiener Fußballgeschichte geschrieben haben. Auch wenn ihnen das vielleicht gar nicht so wirklich bewusst ist. Die Mädchen, alle unter 12 Jahre, sind die ersten, die in grün-weißen Frauen-Dressen für einen offiziellen Liga-Bewerb auf dem Rasen aufgelaufen sind.
Des Meilensteins bewusst sind sich jedenfalls Clara Gallistl, Renata Seiler und Joey Czajka. Sie waren daran auch nicht ganz unbeteiligt. Es geht auf das Engagement dieser drei Rapid-Fans zurück, dass Rapid seit diesem Herbst zwei Mädchenteams und ab nächster Saison ein grün-weißes Frauenteam hat.
„Wir wollten endlich Frauen in Rapid-Trikots sehen“, sagt Gallistl zur „Presse“. Schließlich sei ein Viertel der Rapid-Fans weiblich, schätzt Czajka: „Rapid ist für alle da, das muss sich auch auf dem Rasen widerspiegeln.“
Wie kommt es, dass ausgerechnet drei Fans etwas bewerkstelligen, was der österreichische Rekordmeister lange Jahre nicht in Angriff nahm? Dazu muss man wissen: Der Verein Rapid gehört zu 100 Prozent seinen fast 18.000 Mitgliedern – also seinen Fans. Wenn die etwas wollen, passiert es zu hoher Wahrscheinlichkeit auch. So war es auch, als Gallistl, unterstützt von Seiler, Czajka und einigen anderen, bei der Mitgliederversammlung im Juni 2022 einen Antrag einbrachte, der den Verein zur „Ausarbeitung einer Strategie für ein Frauenteam“ verpflichtet. 95 Prozent der über 1000 Mitglieder stimmten dafür. Rapid-Präsident Martin Bruckner versprach noch am selben Abend, dass bis 2024 Frauen in grün-weißen auf dem Platz laufen würden.