TV-Sportrechte

Warum der ORF keine ÖFB-Spiele bei der Euro 2024 zeigt

Österreichs Fußballteam steht vor der Qualifikation zur Euro 2024. Nicht nur David Alaba freut sich darauf, sondern auch ServusTV, das die Rechte dazu besitzt.
Österreichs Fußballteam steht vor der Qualifikation zur Euro 2024. Nicht nur David Alaba freut sich darauf, sondern auch ServusTV, das die Rechte dazu besitzt.GEPA pictures / Bildbyran/ Maxim Thore
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Fußball-Länderspiele im ORF werden zur Rarität, denn der staatlich-rechtliche Sender ist nur als Sublizenz-Nehmer am Ball. Die TV-Rechte hält ServusTV, das auch bei der Euro 2024 in Deutschland 31 Spiele zeigen wird – und davon ausnahmslos alle ÖFB-Partien. Diese „Kooperation“ läuft auch für Formel 1 und Fußball-WM 2026. Würde sie auch mit dem Neujahrskonzert funktionieren?

Wien. Die Verwunderung in Österreich ist groß: sollte das Fußballteam die Qualifikation für die Euro 2024 schaffen, woran kaum Zweifel bestehen, wird kein einziges Live-TV-Spiel von David Alaba und Co. im ORF zu sehen sein. Denn die Rechte hatte sich ServusTV 2021 im Rahmen eines von Dietrich Mateschitz vorangetriebenen Großeinkaufs gesichert. Das war ob der Euphorie rund um Ralf Rangnicks Team in Vergessenheit geraten, doch Fußballfans müssen langfristig umdenken. ServusTV hält auch die Rechte für die EM 2028, dazu zählt ebenso die Qualifikation. Die Gegner (EM-Auslosung 2. Dezember) sind noch nicht bekannt, die Ausgangslage schon: im ORF sind die besten Spiele nicht zu sehen.

Es ist eine überaus emotionale Debatte. Prohaska-Liebhaber bemühen Begriffe wie nationales Interesse, Bildungsauftrag und hinterfragen Haushaltsabgaben von 25 Euro pro Monat. Letzten Endes steht, wie auch in allen anderen Ländern, in denen TV-Rechte an Bestbieter weitergereicht werden als Wanderpokal, der finanzielle Aspekt über allem. Über Summen wird geschwiegen, die Fußballunion Uefa, Vermarkter wie Infront etc. einheben. In der Branche wird gemunkelt, dass die Fußball-Events 50 Millionen Euro allein verschlungen haben sollen.

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