Kaffeehaus-Design

Café Landtmann-Coup: Die außergewöhnlichste Straßenbahn-Haltestelle in Wien

An ein kleines Kaffeehaus soll die Straßenbahnhaltestelle Rathausplatz/Burgtheater erinnern: Eine Werbekation des Café Landtmann, das heuer 150 Jahre alt wird.
An ein kleines Kaffeehaus soll die Straßenbahnhaltestelle Rathausplatz/Burgtheater erinnern: Eine Werbekation des Café Landtmann, das heuer 150 Jahre alt wird. APA / Alex Halada
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Vor dem Wiener Rathaus wurde ein Wartehäuschen zu einer Art Mini-Kaffeehaus umgestaltet: Eine Werbeaktion zum 150. Geburtstag des Café Landtmann. Auf eine Melange wartet man allerdings leider vergeblich.

Die schlechte Nachricht vorab: Eine Melange wird hier leider nicht serviert. Und auch der nette Kellner, Herr Rudi, war mit dem puderzuckerbestreuten Gugelhupf nur kurz als Fotomotiv zur feierlichen Eröffnung am Donnerstagvormittag da. (Den Gugelhupf hat der erste offizielle Wartehäuschen-Gast, ÖVP-Bezirksvorsteher Markus Figl, abgestaubt.)

Aber keine Frage: Die Cafetier-Familie Querfeld weiß, wie man von sich reden macht. Seit Donnerstag gelingt dies mit einem zum Mini-Kaffeehaus umdekorierten Wartehäuschen bei der Station „Rathausplatz/Burgtheater“, in Sicht- und Gehweite vom echten Café Landtmann.

Eine plüschige Bank zum Warten

Das legendäre Landtmann wird nämlich heuer wie berichtet 150 Jahre, und zum Auftakt der Feierlichkeiten hat man nun eben eine Straßenbahn-Station zum Mini-Kaffeehaus stilisiert, eine sogenannte Out-of-Home-Kampagne, die das Wartehäuschen vorübergehend (konkret bis 4. Oktober) wohl zu Wiens auffälligstem macht.

Am unübersehbarsten: Beim Warten kann man hier statt auf einer nüchternen, grauen nun auf einer plüschigen Bank Platz nehmen, die optisch an jene im Original-Landtmann erinnert.

Bis 4. Oktober sitzt man im Wartehäuschen bequemer als sonst.
Bis 4. Oktober sitzt man im Wartehäuschen bequemer als sonst. Marits

An den Wartehäuschenwänden, innen wie außen, sorgen unter anderem Illustrationen – Sigmund Freud erkennt man da etwa – für ein bisschen historisches Café-Flair. Nur eine Seitenwand der Station hatte die SPÖ Innere Stadt offenbar früher gebucht, eine interessante Durchbrechung des Landtmann‘schen Werbegags.

Franz Landtmann spricht aus dem Off

An der anderen Seitenwand findet sich ein großes Porträt des Kaffeehausgründers, Franz Landtmann, dazu eine Stimme aus dem Off, die vorgibt, eben jener Landtmann zu sein und in Endlosschleife vom Jubiläum erzählt.

Fühlt man sich hier auf den feschen Landtmann-Bankerl also wirklich wie im Kaffeehaus, bis die Straßenbahn daher kommt? Sagen wir so: Eine Melange vom Herrn Rudi würde bei der Illusion helfen.

Landtmann-Kellner „Herr Rudi“ kam - leider  nur zur feierlichen Eröffnung mit Gugelhupf.
Landtmann-Kellner „Herr Rudi“ kam - leider nur zur feierlichen Eröffnung mit Gugelhupf. APA / Alex Halada

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