"Nicht immer verstanden"

Wiens Caritas-Direktor Landau wünscht alles Gute.

Die Presse: Ihre Bilanz der Amtszeit von Ernst Strasser?

Michael Landau: Ich habe Ernst Strasser als Innenminister nicht immer verstanden. Am Anfang hat er sich durchaus engagiert den notwendigen Fragen gestellt. Am Ende seiner Amtszeit ist mit der Grundversorgungsvereinbarung für Asylwerber ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung gelungen. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass der Minister mit dem Asylgesetz in wesentlichen Punkten vor dem Verfassungsgerichtshof gescheitert ist, weil er auf kompetente Stimmen nicht gehört hat und weil er auch die Fachkompetenz der eigenen Mitarbeiter vielfach nicht genützt und ernst genommen hat.

Sie machen ihn verantwortlich?

Landau: Ich glaube, dass hier immer eine persönliche Verantwortung bleibt, die dem Ressortminister nicht abgenommen werden kann. Ich habe in meiner Kritik an der Arbeit des Innenministers immer darauf Wert gelegt, dass es sich nicht um persönliche, sondern um inhaltliche Fragen handelt. Der Minister hat selbst einmal gesagt, der Blickwinkel des Caritas-Direktors ist legitimerweise ein anderer als jener des Innenministers. Ihm persönlich wünsche ich alles Gute.

Erwarten Sie von einem neuen Minister mehr Entgegenkommen?

Landau: Es geht nicht um das Entgegenkommen, sondern darum, dass etwa die Genfer Flüchtlingskonvention einzuhalten ist. Bei der Asylgesetz-Novelle ist es wichtig, das Gespräch zu suchen. Das Thema Integration muss viel entschiedener angegangen werden.


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