Das Ehepaar Klestil und "Unsere Klestils"-Autor Hofbauer wollen nun alle anhängigen Streitigkeiten außergerichtlich bereinigen.
WIEN. Was unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit begonnen wurde, soll nun offenbar still und heimlich beendet werden. Die Anwälte des Ehepaars Thomas und Margot Klestil und Ernst Hofbauer, des Autors des Skandalbuchs "Unsere Klestils", führen derzeit Vergleichsverhandlungen, um alle noch anhängigen Verfahren außergerichtlich beizulegen.
Der Zivilprozess vor dem Handelsgericht Wien, in dem die Klestils die Unterlassung verschiedenster Behauptungen im umstrittenen Buch erreichen wollen, ist seit November des Vorjahres - gleich nach Beginn der Verhandlung - ruhend gestellt. Nun laufen Gespräche, um alle Streitigkeiten zwischen dem First Couple, Hofbauer und dem Ibera-Verlag, beidem "Unsere Klestils" erschienen ist, beizulegen. Das bestätigen Klestil-Anwalt Gottfried Korn und Hofbauer-Anwalt Peter Armstark am Donnerstag der "Presse". Über den Inhalt der Verhandlungen wollen beide aber nichts sagen, da Stillschweigen vereinbart sei. "Wenn nicht beide Seiten guten Willens wären, gäbe es keine Vergleichsgespräche", meint Armstark zu den Erfolgsaussichten.
"Wenn nicht beide Seiten guten Willens wären, gäbe es keine Vergleichsgespräche."
Hofbauer-Anwalt Peter Armstark
Dem nun gestoppten Zivilverfahren mit einem Streitwert um die 70.000 Euro ist schon eine einstweilige Verfügung der Klestils gegen die Auslieferung des Hofbauer-Buches vorausgegangen. Der Verlag änderte daraufhin eine Passage des Buches. Mit 37 Exekutionsanträgen, die Ibera mit 100.000en Euro getroffen hätten, versuchte das Ehepaar den Verlag zu zwingen, auch die schon an die Buchhandlungen ausgelieferten Exemplare zurückzuholen. Ohne Erfolg: Der Oberste Gerichtshof wies das Ansinnen letztlich zurück, die Klestils blieben auf rund 15.000 Euro Gerichtskosten sitzen.
Hofbauer wiederum wurde wegen übler Nachrede strafgerichtlich zu einer Geldstrafe von 4300 Euro verurteilt, weil er im Buch ein Gerücht wiedergegeben hat, wonach der Bundespräsident seine spätere Frau Margot Löffler zu einer Abtreibung in die Niederlande geschickt haben soll. Auch die Behauptungen, ein gemeinsames Kind von Klestil und Löffler werde in einem Schweizer Internat großgezogen und Klestil sei "kränkelnd", wurden vom Strafgericht als üble Nachrede qualifiziert.
Kurz vor dem Auslaufen seiner Amtszeit will Klestil nun offenbar die gerichtliche Auseinandersetzung mit Hofbauer beenden.