Gregor Demblin, Gründer zweier Unternehmen, „fängt immer etwas Neues an, sobald er sich freigespielt hat“.
Porträt

„Es ist erniedrigend, so etwas im Berufsalltag zu erleben“

Gregor Demblin hat es sich zum Ziel gemacht, Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz zu unterstützen. Für dieses Vorhaben hat er zwei Unternehmen gegründet.

Rund 200 Unternehmensvertreter sind diese Woche beim Disability Confidence Day zusammengekommen. Das Hauptevent des MyAbility-Wirtschaftsforums dient dazu, innovative Wege zu entdecken, um Firmen bei der Inklusion zu unterstützen. Initiiert wird es bereits zum achten Mal von Gregor Demblin.

Der studierte Philosoph, seit einem Badeunfall querschnittgelähmt, hat mit seinen zwei Unternehmen neue Maßstäbe gesetzt, um Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Das Sozialunternehmen MyAbility dient dazu, den Einstieg ins Berufsleben für beide Seiten zu erleichtern. Tech2People wiederum bietet robotische und konventionelle Physio- und Ergotherapie an.

Anderen Leid ersparen

Apropos beide Seiten, sie kennt auch der gebürtige Wiener. Seit seinem 18. Lebensjahr sitzt er im Rollstuhl. „Ich wurde davor immer respektvoll behandelt, seit dem Unfalls wurde oft von oben herab mit mir gesprochen – und meist voller Mitleid. Selbst über den Kopf wurde mir gestreichelt. Es ist erniedrigend, so etwas im Berufsalltag, bei etlichen Bewerbungsgesprächen, zu erleben“, beschreibt Demblin. Das wollte er anderen ersparen. So wurde das Talent- und Karriereprogramm zu einer der stärksten Säulen der Firma. Jedes Jahr finden dadurch Hunderte Menschen mit Behinderung einen Job. Und Arbeitgeber qualifiziertes Personal.

Mittlerweile hat das 42-köpfige Team alles so gut im Griff, dass sich der 46-Jährige „ganz aus dem operativen Geschäft“ zurückziehen konnte. Nur wenige Sozialunternehmer können das von sich behaupten. Diese Entwicklung nutzte er auch, um 2018 das zweite Unternehmen zu gründen. Aktuell beschäftigt er dort 20 Mitarbeitende. „Noch diesen Herbst eröffnen wir einen neuen Standort in der Wiener Seestadt und treiben Neuro-, Physio- und Ergotherapie voran“, sagt Demblin.

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