Pizzicato

Via Berlusconi

Italiens Ex-Premier ist kaum vier Monate im Mausoleum, da bekommt er schon eine Straße im pittoresken Portofino – gleichsam Santo subito!

Eher gefriert die Hölle, wie sie in New York sagen, als dass die Fifth Avenue – Adresse des Trump Tower – dereinst in Trump Avenue umgetauft wird. Dass sie in Palm Beach in Florida den ­Ocean Boulevard – Ort des Trump-Klubs Mar-a-Lago – dem 45. und womöglich auch 47. Präsidenten widmen, ist jedoch nicht ganz so unwahrscheinlich. In den USA leben die Präsidenten als Namenspaten für Schulen oder Flughäfen weiter. Denkmäler hinterlässt Trump indes zur Genüge.

In Italien hat Silvio Berlusconi das Ziel, wenn nicht für die Ewigkeit, so doch für die Nachwelt in Form eines steinernen Zeugnisses erhalten zu bleiben, schon erreicht. Vor 100 Tagen hatte der Ex-Premier in seinem Mausoleum die letzte Ruhestätte gefunden. Der pittoreske ligurische Nobelferienort Portofino, wo sich einst Royals und Hollywood-Stars ein Stelldichein gegeben haben, kündigte nun an, die Fußgängerzone nach dem Cavaliere zu benennen.

À la Giuseppe Garibaldi oder Vittorio Emmanuele II. werden auch anderswo am Apennin Via Berlusconis aus dem Boden sprießen. Für den ganz und gar unheiligen Silvio Berlusconi ist derlei Hommage das Äquivalent zur Parole „Santo subito“, die nach dem Tod Papst Johannes Pauls II. erschall. Für ihn haben Katholiken freilich bereits zu Lebzeiten Statuen errichtet.

E-Mails an: thomas.vieregge@diepresse.com

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