Großmachtdenken

Russlands verlorene Kriege

Unterschätzter Gegner. Ein afghanischer Mujaheddin mit erbeuteten sowjetischen Waffen, 1989.
Unterschätzter Gegner. Ein afghanischer Mujaheddin mit erbeuteten sowjetischen Waffen, 1989.Alamy
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Dieselben Fehler führten zu den Niederlagen in der russischen und sowjetischen Geschichte. Die Analogien zum Ukraine-Krieg sind auffällig.

Es war keine große Sache. Ein paar sowjetische Generäle, Geheimdienstler und Bürokraten setzten sich 1979 zusammen und beschlossen, ein paar Eliteeinheiten und Luftlandetruppen in ein Nachbarland zu entsenden. Was sollte bei dieser Hindukusch-Invasion schon schiefgehen? Das Kräfteverhältnis war ja wohl mehr als eindeutig. Eine Sache von ein paar Tagen. Das Wort „Spezialoperation“ existierte in der Kreml-Propaganda noch nicht, aber von „Krieg“ durfte auch nicht gesprochen werden. Aber es war einer, der Afghanistankrieg dauerte zehn Jahre lang, wurde zum längsten Krieg in der Geschichte der Sowjetunion und endete blamabel. Überschätzung der eigenen Kräfte und Unterschätzung des Widerstands führten zum Scheitern auf ganzer Linie. Die islamische Welt zeigte sich empört, die eigene, die vorne und hinten belogene Bevölkerung, fragte sich angesichts der getöteten jungen Soldaten offen: „Wozu das alles?“ Am 13. Februar 1989 verließen die letzten Truppen Kabul. Moskaus Statthalter hielt sich mit Mühe bis 1992. Zuletzt schleiften die Taliban seine Leiche durch die Straßen der Stadt.

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