Kommentar

Warum Claudia Plakolm pokert

Clemens Fabry
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Die Jugendstaatssekretärin stellte sich vor die Grünen und verteidigt die CO₂-Preiserhöhung gegenüber Johanna Mikl-Leitner. Das könnte Zufall sein – oder ein Versuch, den PR-Bauchfleck der Vorwoche vergessen zu machen.

Hinter der Jugendstaatssekretärin liegt eine harte Woche. Ausgerechnet ihr Leibthema Kinderschutz wurde für Claudia Plakolm zum Kommunikationsdebakel. Der PR-Elfmeter, den sie sich monatelang hergerichtet hatte, wurde von anderen verwertet.

Während Frauenministerin Raab und Justizministerin Zadić für das Kinderschutzpaket in die Kamera lächelten, ließen sie Plakolm auf der langen Regierungsbank des Nationalrats sitzen: Als Revanche für die Attacken gegen Zadić weigerte sich diese, gemeinsam mit Plakolm zu präsentieren, die daraufhin von einem „klassischen Beispiel für Anlassgesetzgebung“ sprach. Autsch. Doch ihre Wunden leckt Plakolm nicht schmollend in der Ecke. Lieber sucht sie sich eine andere Spielwiese.


Ihre neueste überrascht: Ihre bisher eng Verbündete im Kampf gegen die „Klimachaoten“, Johanna Mikl-Leitner, spielt dort auch. Man halte an der Erhöhung des CO2-Preises fest, richtete Plakolm Mikl-Leitner am Samstag aus, was diese zur Disposition gestellt hatte. Das sei abgestimmt gewesen, heißt es aus ÖVP-Regierungsbüros. Dass sich Plakolm mit ihren Ansagen oft wenige Freunde macht, wisse sie, sagt sie oft. Bei den Grünen hat sie quasi keine mehr. Fragt sich, wie viele es in der ÖVP noch sind.

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