Türkis-Grün

Koalition uneinig bei Reform des Lehramtsstudiums

Die grüne Wissenschaftssprecherin ist gegen die Verkürzung.
Die grüne Wissenschaftssprecherin ist gegen die Verkürzung.APA / Roland Schlager
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Die Grünen sind gegen eine Verkürzung des Studiums, der Bildungsminister sieht darin hingegen einen Weg, um gegen den Lehrkräftemangel vorzugehen.

Es schien so, als sei die Reform des Lehramtsstudium so gut wie fix. Bildungsminister Martin Polaschek wollte es „entschlacken“ und „straffen“. Künftig sollte der Bachelor demnach drei Jahre, der Master zwei Jahre dauern. Das wäre ein Jahr kürzer als bisher. Als Ziel für die entsprechende Gesetzesänderung hatte das Bildungsministerium diesen Herbst angepeilt.

Nun stellen sich die Grünen aber quer, wie der „Standard“ berichtet.  Die grüne Wissenschaftssprecherin Eva Blimlinger sagte dort: „Ich bin im Grunde nicht für eine Verkürzung.“ Die Vorstellung, dass der Lehrermangel an der Länge des Studiums hänge, sei nämlich falsch. Das Problem sei vielmehr, dass junge Lehrkräfte ausbrennen und das System verlassen. Statt der von Polaschek anvisierten Reform schlägt Blimlinger vor, das Masterstudium während einer halben Lehrverpflichtung zu absolvieren.

Laut dem Bericht will Blimlinger auch eine Neugestaltung der sogenannten Induktionsphase. Dabei geht es um das erste Jahr im Lehrberuf, bei der neu eingestiegene Lehrkräfte Mentoring bekommen und parallel zum Job bestimmte Lehrveranstaltungen an einer Pädagogischen Hochschule (PH) absolvieren müssen. Insgesamt gebe es noch „Diskussionsbedarf“, sagen die Grünen.

Im Bildungsministerium zeigt man sich von Blimlingers Äußerungen „sehr verwundert“. Man habe erst aus den Medien von diesem Standpunkt erfahren.  „Eine Verkürzung des Bachelor-Studiums und eine Modernisierung sowie Digitalisierung des Master-Studiums trägt erwiesenermaßen zu einer gesteigerten Attraktivität des Studiums bei“, argumentiert Polaschek. „Wir setzen uns für eine Verkürzung des Studiums, eine Konzentration auf die Praxis, eine höhere Durchlässigkeit im Master und eine Attraktivierung des Studiums ein.“

Aus diesem Grund will Polaschek den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen. Unterstützung bekommt er dabei von den Pädagogischen Hochschulen. „Es geht nicht nur darum, einen punktuellen Lehrer*innenbedarf in den nächsten Jahren zu decken, sondern um eine Weiterentwicklung der Pädagogenbildung aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre“, sagt der Vorsitzende der PH-Rektorenkonferenz Walter Vogel. 

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