Hollywood-Streik

Österreicher im Schauspielstreik: „Ich kellnere weiter“

Die US-Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA protestiert weiter vor den Gebäuden der großen Studios, hier etwa jenem von Warner Bros. in Burbank, Kalifornien.
Die US-Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA protestiert weiter vor den Gebäuden der großen Studios, hier etwa jenem von Warner Bros. in Burbank, Kalifornien.Getty
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Die Drehbuchautoren haben sich mit den Studiobossen geeinigt, die Schauspieler streiken weiter. Die Macht der Gewerkschaft ist groß – zugleich können viele Mitglieder vom Schauspiel gar nicht leben.

We‘re back“: Mit diesen Worten meldete sich das Autorenteam der Netflix-Serie „Stranger Things“ auf X (vormals Twitter) zurück, auf die Minute genau in dem Moment, in dem der US-Autorenstreik nach 148 Tagen endete. Seit Mittwoch nehmen die 11.000 Mitglieder der Autorengewerkschaft WGA die Stifte wieder zur Hand – zumindest theoretisch. Nach zähen Verhandlungen sind die Gewerkschaft und die großen Film-, TV- und Streaming-Konzerne zu einer Einigung gekommen. Der Deal muss noch in einer Wahl von den Gewerkschaftsmitgliedern bestätigt werden. Dass sie ihn ablehnen, scheint unwahrscheinlich.

Denn sie haben ihre zentralen Forderungen zumindest teilweise durchgesetzt: darunter Lohnerhöhungen, erfolgsabhängige Tantiemen bei Streaming-Produktionen, Mindeststandards bei den Beschäftigungstagen und der Anzahl der Leute, die in einem „Writers‘ Room“ Serien entwickeln und schreiben.

Die Studiobosse kamen persönlich

Auch in der Frage, wie Künstliche Intelligenz beim Schreiben von Drehbüchern eingesetzt werden darf, wurden Regeln festgelegt. Die Gewerkschaft behält sich das Recht vor, zu verbieten, dass KI-Tools mit den Drehbüchern „echter“ Autoren trainiert werden.

Der Deal ist das Ergebnis eines langen Verhandlungsmarathons. Nachdem die Vertreter der WGA und die der Vereinigung der Studios im August frustriert auseinander gegangen waren, setzten sich nun vier Studiobosse persönlich an den Tisch: Bob Iger (Disney), David Zaslav (Warner Bros. Discovery), Donna Langley (NBC Universal) und Ted Sarandos (Netflix). Ihr Interesse, dass Produktionen wieder hochgefahren werden, ist groß. Doch dafür reicht die Einigung mit den Autoren nicht. Die 160.000 Schauspielerinnen und Schauspieler der Gewerkschaft SAG-AFTRA, die im Juli ebenfalls die Arbeit niederlegten, streiken immer noch. Und die Fronten sind verhärtet: Seit Streikbeginn gab es keine Gespräche. Termine dafür gebe es immer noch nicht, ließ die Gewerkschaft am Mittwoch wissen: „Die Schlacht ist noch lange nicht vorbei.“

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