Bayern ist Österreich ein gutes Stück voraus - beim Oktoberfest und bei der Wahl.
Oans, zwo, gsuffa: Die Bayern haben bald hinter sich, was den Österreichern noch bevorsteht. Oder besser: Wo sie bereits mittendrin stecken. In München geht das Oktoberfest – nach einer eigenen Logik – am Sonntag, dem 1. Oktober, schon zu Ende, wo anderswo die Oktoberfeste erst losgehen. Und am darauffolgenden Sonntag ist‘s auch mit dem Wahlkampf im Freistaat vorbei.
Die Bierzeltsaison wie auch der Wahlkampf – in Bayern bedingt das eine das andere – war kurz, heftig und deftig. Der Söder-Markus und mehr noch sein Vize, der Aiwanger-Hubsi, zogen als Lokalmatadoren durch die Dörfer. Statt Hamburger gab es Weißwurst, und für die Grünen setzte es Schmährufe und sogar Steinwürfe – obwohl die Spitzenkandidatin, eine Frohnatur, sich im schmucken Dirndl präsentierte. Ihr schäumte die Bierwut entgegen.
Die Bayern sind den Österreichern also ein gutes Stück voraus. Man könnte mit Fug und Recht sogar behaupten: Wir hinken ihnen hinterher. Hebert Kickl, der Platzhirsch der Stammtische, startet am Sonntag erst mit seiner Tour durch die Bierzelte. Und auch ÖVP und SPÖ, das hat diese Woche gezeigt, sind längst im Wahlkampfmodus: Heiliger Leopold, heiliger Bruno, schaut’s oba! Warum also es den Bayern nicht gleichtun und ehebaldigst die Nationalratswahl abhalten – besser wird‘s ja doch nimmer.
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