Negative Emissionen

„Klimaneutralität ist von gestern“

Bäume sind das beste Materiallager für die Menschen und reinigen nebenbei die Atmosphäre.
Bäume sind das beste Materiallager für die Menschen und reinigen nebenbei die Atmosphäre. Marcelloland
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Die Welt wird die Zwei-Grad-Marke unter Garantie durchbrechen, sagt der Klimaforscher Joachim Schellnhuber. Die Menschen müssten dringend CO2 aus der Luft holen – mithilfe der Natur.

Joachim Schellnhuber ist kein Freund großen Herumlavierens. „Egal, was Ihnen NGOs oder Politiker erklären, wir werden die Zwei-Grad-Marke in den nächsten 20 bis 40 Jahren durchbrechen“, sagte der renommierte Klimaforscher und angehende Chef des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg auf dem Energiekongress Inspire des Verbund. Die Klimaziele, die sich die Staaten gesetzt haben und die zunehmend unter Beschuss geraten, reichen in seinen Augen ohnedies nicht aus, um das noch zu verhindern. Selbst wenn China, Indien, die USA und Europa allesamt ihre Ziele zur Klimaneutralität erreichen, erwärme sich der Planet bis Ende des Jahrhunderts um 2,7 Grad. „Klimaneutralität ist von gestern“, erklärte der Gründer des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung.

Die Emissionen, die bereits in der Atmosphäre sind, heizten den Planeten noch über Jahrzehnte auf. Damit sei auch schon fix, dass die Welt künftig deutlich mehr Klima-Anomalitäten erleben werde, als wir sie heuer gesehen haben. Waldbrände, Dürren, Überflutungen, aber auch das Auftreten von Wirbelstürmen im Mittelmeer, wie sie sonst nur in den Tropen vorkommen.

„Das Klimasystem beginnt unruhig zu werden“, so Schellnhuber. Also müsse die Menschheit nicht nur ihre Emissionen drastisch reduzieren, sondern dringend darüber nachdenken, wie sie Milliarden Tonnen CO2 wieder aus der Atmosphäre holen kann, um die Temperatur möglichst rasch wieder auf ein verträgliches Niveau zu senken.


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