Armenien

UNHCR: Mehr als 100.000 Menschen aus Berg-Karabach geflohen

APA / AFP / Siranush Adamyan
  • Drucken

Nach der angekündigten Aufgabe des Gebiets Berg-Karabach in Aserbaidschan sind dem UNHCR zufolge mehr als 100.000 Menschen in Armenien angekommen.

Nach der angekündigten Aufgabe des Gebiets Berg-Karabach in Aserbaidschan sind laut UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR mehr als 100.000 Geflüchtete aus der Region in Armenien angekommen. „Viele sind hungrig und erschöpft und brauchen sofort Unterstützung“, sagte Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. „Internationale Hilfe wird sehr dringend benötigt“, sagte er. Armenien rechnet damit, dass alle rund 120.000 ethnischen Armenier Berg-Karabach verlassen werden.

Armenien bat die Europäische Union italienischen Angaben zufolge indes um Hilfe bei dem Zustrom Geflüchteter aus Berg-Karabach. Armenien habe um Medizinbedarf und Notunterkünfte gebeten, teilte das Büro der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Samstag mit.

Berg-Karabach hatte sich 1991 nach einem international nicht anerkannten und von der aserbaidschanischen Minderheit boykottierten Referendum für unabhängig erklärt. Aserbaidschan und Armenien stritten seit dem Zerfall der Sowjetunion um die Region und führten deshalb zwei Kriege, zuletzt 2020. Damals hatte das lange mit Armenien verbündete Russland nach sechswöchigen Kämpfen mit mehr als 6.500 Toten ein Waffenstillstandsabkommen vermittelt, das Armenien zur Aufgabe großer Gebiete zwang. Die in Berg-Karabach stationierten russischen Kräfte hatten sich der jüngsten aserbaidschanischen Offensive nicht entgegengestellt.

Vergangene Woche hatte Aserbaidschan eine Offensive gestartet, kurz darauf kapitulierten die Machthaber der international nicht anerkannten Republik, die nun zum 1. Jänner 2024 aufgelöst werden soll. Aserbaidschan hat erklärt, die Rechte der ethnischen Armenier zu respektieren, die in Berg-Karabach bleiben wollten. Das Konzept einer eigenständigen armenischen Region dort sei aber für alle Zeiten beendet. Viele Armenier haben erklärt, aus Sorge vor Unterdrückung und Gewalt nicht in Berg-Karabach bleiben zu wollen. (APA/DPA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.