Über Geld spricht man

Chocolatier Heindl: „Wenn ich Golf spielen will, dann gehe ich“

Jonas Höschl
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Interview. Der Pralinenhersteller Andreas Heindl hat mehr, als er je zu träumen gewagt hätte. Warum er und sein Bruder stets friedlich miteinander ausgekommen sind und wie es kam, dass das Glück wirklich oft auf seiner Seite war.

Die Presse: Sie erzeugen Schokolade. Essen Sie sie auch täglich?

Andreas Heindl: Wenn ich morgens um sieben Uhr ins Unternehmen komme, nasche ich noch nicht. Spätestens um zehn, elf, wenn dann alle Anlagen laufen, koste ich aber schon bei einigen Maschinen.

Sie haben das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Bruder im Jahr 1987 übernommen. Da waren Sie gerade einmal 25 Jahre alt. Wie kam das?

Ich war mit 21 Jahren bereits der jüngste Zuckerbäckermeister von Wien und generell sehr umtriebig. Ich hatte schon früh den Wunsch, mich selbstständig zu machen. Als mein Vater 60 Jahre alt wurde, war ich 25. Er hat die Firma zwischen sich, meinem Bruder und mir aufgeteilt. Unser Vater hatte Vertrauen in uns – wir hatten allerdings seinen Hauch im Nacken, doch war das ganz gut. Er hat uns dazu angehalten, nicht zu viel Geld auszugeben und sparsam zu sein. Jede unserer Investitionen war immer mit 50 Prozent Eigenkapital hinterlegt. Wir hatten aber auch immer sehr viel Glück. Mein Vater hat es das Heindl’sche Masel genannt.

Was war Ihre erste Tat als Unternehmer?

Wir hatten in unserer Produktion ein kleines Geschäft mit 30 Quadratmetern, daraus habe ich ein größeres gemacht, das ein Architekt gestaltet hat. Und das war schon unser erstes Glück. Denn in der Auslage gab es einen Leuchtschriftkasten. Eines Tages fuhr ein Autobusunternehmer vorbei und fragte, ob er Kunden hierher bringen könne, damit sie durch die Schokoladenproduktion geführt werden. Ich habe den Mann nicht ernst genommen. Aber er kam dann wirklich, zuerst mit zwölf Bussen, dann wurden es immer mehr. Und die Leute haben am Ende der Führung in unserem Geschäft eingekauft.

Und wo hatten Sie noch Glück?

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