Recycling

Erstes Gips-zu-Gips-Recyclingwerk Österreichs geplant

Gipskartonplatten landen derzeit zu 100 Prozent auf der Deponie. Dabei kann Gips bestens recycelt werden.
Gipskartonplatten landen derzeit zu 100 Prozent auf der Deponie. Dabei kann Gips bestens recycelt werden.Getty Images/Francesco Scatena
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Die Unternehmen Porr, Saint-Gobain und Saubermacher starten ab 2025 das erste Gips-Recyclingwerk in Stockerau.

Als „wichtiges Steinchen für den Klimaschutz“ bezeichnet Saubermacher-CEO Ralf Mittermayer das neue Projekt, das Mitte 2025 in der Pragerstraße 77 in Stockerau beginnen soll. Das Bauunternehmen Porr, der Trockenbauspezialist Saint-Gobain (Rigips) und das Entsorgungsunternehmen Saubermacher gehen dann mit der ersten Gips-zu-Gips-Recyclinganlage Österreichs im Rahmen der Gips-zu-Gips Recycling GmbH an den Start. Die neue Anlage wird über eine Jahreskapazität von rund 60.000 Tonnen verfügen und den Bedarf im Osten von Österreich abdecken. Per Bahn wird das recycelte Gips zum Gipskartonwerk in Bad Aussee gebracht, wo es in die Produktion einfließt – bis zu 40 Prozent Recyclinggips können in einer neuen Gipskartonplatte verarbeitet werden. 

Sortenreine Trennung auf der Baustelle

„Gips ist endlos wieder verwertbar. Damit Recyclinggips in die Produktion von neuen Platten einfließen kann, müssen spezielle Qualitätskriterien erfüllt werden“, erläutert Peter Giffinger, CEO Austria bei Saint-Gobain. Für die Realisierung bedarf es einer Investitionssumme von 7 Mio. Euro, aufgeteilt auf die Gips-zu-Gips (GzG) Recyclinganlage und die Logistiklösung.  „Wir betreten mit der sortenreinen Trennung auf den Baustellen in Österreich Neuland. Unter anderem erheben wir bei der Porr gerade, welcher Grad der Zerkleinerung optimal ist, um eine gute Verarbeitung des Abbruchmaterials in der neuen Anlage zu ermöglichen“, sagt Porr-CEO Josef Pein. 

Damit reagieren die Unternehmen auf das 2026 in Kraft tretende bundesweite Deponieverbot für Gipskartonplatten. „Nur eine sektorenübergreifende Partnerschaft wie diese macht nachhaltiges und wirtschaftliches Recycling möglich“, betonen Porr, Saint-Gobain und Saubermacher. „Die Wirtschaftlichkeit des Projekts ist der Schlüssel zum Erfolg, denn aktuell kann Verschnitt- und Rückbaumaterial von Gipskartonplatten noch äußerst kostengünstig deponiert werden.“ Das hat dazu geführt, dass bisher nahezu 100 Prozent des Abbruchmaterials auf den Deponien gelandet sind. Die rechtlichen Rahmenbedingungen spielen also für eine echte Kreislaufwirtschaft eine entscheidende Rolle. 

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