Wetter

Folgt auf den wärmsten September der wärmste Oktober der Messgeschichte?

Die Temperaturen bleiben auch in den kommenden Tagen für diese Jahreszeit außergewöhnlich hoch. (Foto: Schlosspark Schönbrunn).
Die Temperaturen bleiben auch in den kommenden Tagen für diese Jahreszeit außergewöhnlich hoch. (Foto: Schlosspark Schönbrunn).Clemens Fabry
  • Drucken

Der Oktober begann mild, für die kommenden Tage werden erneut spätsommerliche Temperaturen von bis zu 28 Grad prognostiziert. Steht ein weiterer Rekordmonat bevor?

Frühtemperaturen von 13 Grad, Tageshöchsttemperaturen von 26 Grad. Die neue Woche beginnt einmal mehr ungewöhnlich warm. Es bleibt windig, aber nur vereinzelt stürmisch. Im Laufe des Montags sind im Norden und Osten des Landes einige, örtlich sogar recht kräftige Regenschauer möglich. Die Bewölkung nimmt dem Wetterdienst Geosphere Austria (ehemals ZAMG) zufolge auch im restlichen Österreich tendenziell zu, meist bleibt es aber in Vorarlberg, Tirol, Kärnten und der südlichen Steiermark trocken.

Ähnlich mild wird der Dienstag ausfallen, mit noch mehr Sonne in ganz Österreich. Die höchsten Werte mit 25 Grad dürfte es im Westen Österreichs geben. Der Wind weht im Westen und Süden schwach, sonst zunächst mäßig, in höheren Lagen auch lebhaft. Am Nachmittag flaut der Wind dann überall ab.

Sogar 28 Grad sind am Mittwoch und Donnerstag möglich – mit verbreitet Sonnenschein. „Das wäre sogar für den August sehr gut und ein normaler Sommertag“, sagt Vorhersage-Meteorologe Christian Csekits von Geosphere Austria im „Presse“-Gespräch. Und auch gegen Ende der Woche ist aus heutiger Sicht keine nennenswerte Abkühlung zu erwarten, am Freitag sollen die Temperaturen erneut 26 Grad erreichen. Das Wochenende dürfte ebenfalls mild werden. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt zudem eher gering.

Erneuter Rekordmonat?

Aussichten, die für die zweite Oktoberwoche außergewöhnlich sind, konkret bewegen sich die Temperaturen in einem Bereich, der um etwa zehn Grad über dem Schnitt liegt. Ist also nach dem wärmsten September der Messgeschichte (was insofern besonders überraschend war, als der September in den vergangenen Jahren zumeist einen Ausreißer nach unten darstellte, also den allgemeinen Trend zu höheren Temperaturen nicht mitmachte) nun auch der wärmste Oktober zu erwarten – schließlich war auch schon die erste Oktoberwoche deutlich zu mild für diese Jahreszeit?

Grundsätzlich ist es für eine seriöse und einigermaßen verlässliche Prognose in dieser Frage zu früh, sagt Csekits. Denn sollte es in den letzten zehn Oktobertagen deutlich abkühlen, mit Temperaturen im einstelligen Bereich, könnte das reichen, um den bis dahin zu warmen Oktober in Summe etwas auszugleichen. Und ein markanter Kälteeinbruch ab Anfang nächster Woche sei den Wettermodellen zufolge durchaus möglich, sagt Csekits. Diese seien aber noch etwas unsicher, verlässlichere Prognosen könnten erst in ein paar Tagen gestellt werden.

Davon, dass der Oktober am Ende zu warm ausfallen wird, sei aber aufgrund der bisherigen Temperaturen und der Aussicht auf die kommenden Tage in jedem Fall auszugehen. Zu erklären ist das seit Wochen anhaltend hohe Temperaturniveau im Übrigen mit den um ein bis zwei Grad zu warmen Meeresoberflächen, beispielsweise auf dem Atlantik, von wo aus in der Regel die Luftmassen Europa erreichen. Das wiederum führt zu einer höheren Temperatur in den Luftmassen direkt über den Meeresoberflächen. „Dadurch ist also die Ausgangsluftmasse zu warm“, sagt Csekits. „Hinzu kam in den vergangenen Wochen ein Hochdruckeinfluss (wolkenarme Luft, Anm.), sodass die Sonne ihr Übriges tat.“

Somit spiegle bisher auch dieser Oktober die generelle Tendenz zu höheren Temperaturen wider. Eine Tendenz, die sich zudem mit immer später zu beobachtenden ersten Frosttagen bemerkbar mache. Gab es noch vor zehn, 20 Jahren beispielsweise in Wien die ersten Frosttage schon Anfang Oktober, habe sich das zuletzt auf Ende Oktober verschoben. In den vergangenen Jahren sei der Oktober manchmal sogar gänzlich frostfrei gewesen.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.