Auch Kindergartenträger stellen sich hinter die Forderungen des Personals. Die Rahmenbedingungen müssten besser werden, es brauche dringend mehr Tempo.
Es wird also wieder gestreikt: Am 24. Oktober gibt es in Wien großteils keinen Kindergartenbetrieb. Die Pädagoginnen und Pädagogen der privaten und der städtischen Kindergärten protestieren für bessere Rahmenbedingungen: mehr Personal, kleinere Gruppen, bezahlte Vorbereitungszeiten. Hinter die Forderungen der Pädagoginnen und Pädagogen, die von den Gewerkschaften organisiert sind, stellen sich auch Kindergartenträger.
„Ich bin Arbeitgebervertreter aber ich habe ein Verständnis für diese Proteste, wenn man diesen Bereich so ausreizt“, sagt Thomas-Peter Gerold-Siegl, Geschäftsführer der Kinder-in-Wien-Kindergärten im Gespräch mit der „Presse“. „Wir müssen das Tempo erhöhen, seit zehn, zwanzig Jahren kämpfen wir darum, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Was muss denn noch passieren? Sollen die letzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch noch gehen?“
Seine Co-Geschäftsführerin Gudrun Kern, die bei Kiwi für den pädagogischen Bereich zuständig ist, schlägt in dieselbe Kerbe. „Ausbildungsoffensiven werden nicht genug sein. Die Grund-Debatte muss sein: Was braucht es, um diesen Beruf auch so attraktiv zu machen, dass die Menschen, die die Ausbildung haben, tatsächlich in den Kindergarten gehen und dort auch bleiben.“
„Viele droppen raus“
Dafür brauche es unter anderem kleinere Gruppen, mehr Personal, und mehr Unterstützung durch Sozialarbeit oder Psychologen. „Was wir jetzt sehen: Viele entsprechend ausgebildete Menschen ergreifen den Beruf vielleicht kurz, aber droppen dann wieder raus“, sagt Kern: „Weil sie merken, dass sie das, was sie in der Ausbildung gelernt haben, in der Praxis nicht umsetzen können, weil die Rahmenbedingungen so schlecht sind.“
Nachsatz: „Dass die Kindergärten trotzdem so gut funktionieren, wie sie funktionieren, ist nur den Mitarbeitenden zu verdanken.“