Gentechnik

„Ein Angriff auf die Bio-Landwirtschaft“

Trügt der Schein? Bio-Bauern fürchten, dass die Bio-Landwirtschaft zurückgedrängt wird, wenn es Verunreinigungen durch gentechnisch verändertes Saatgut, das nicht gekennzeichnet ist, gibt. Deshalb wird der Entwurf von EU-Regeln zum Thema heftig kritisiert.
Trügt der Schein? Bio-Bauern fürchten, dass die Bio-Landwirtschaft zurückgedrängt wird, wenn es Verunreinigungen durch gentechnisch verändertes Saatgut, das nicht gekennzeichnet ist, gibt. Deshalb wird der Entwurf von EU-Regeln zum Thema heftig kritisiert.(c) BIO AUSTRIA (Edler)
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Kommt Gentechnik auf den Teller? Wenn ja, wie viel? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer ganztägigen Enquete, die vor kurzem in Wien über die Bühne ging.

Die Uhr tickt schneller – das jedenfalls ist aus dem Umfeld jener zu erfahren, die über die Regeln für die neue Gentechnik (NGT) Bescheid wissen. Demnach mehren sich die Anzeichen, dass die neuen Regeln schon Anfang November im EU-Parlament behandelt werden könnten. Berichterstatterin bei diesem Thema ist die schwedische EU-Abgeordnete Jessica Polfjärd. Sie tritt dafür ein, dass auch Saatgut, das gentechnisch verändert worden ist, in der Bio-Landwirtschaft verwendet werden darf. Damit geht sie noch weiter als der EU-Vorschlag. Ein seit Monaten schwelender Konflikt verschärft sich damit noch weiter.

Jan Plagge, Präsident des europäischen Dachverbands „IFOAM Organics Europe“: „Wir waren und sind bei diesem Thema sehr klar. Biologische Landwirtschaft muss frei von jeglicher Gentechnik sein. Das ist eine existenzielle Frage für uns.“ Barbara Riegler, Obfrau von „Bio Austria“, spricht sogar von einem „skandalösen Vorschlag“, der Biobauern und Konsumenten „die Freiheit nimmt, ohne Gentechnik zu wirtschaften“ bzw. Konsumenten die Wahlfreiheit nehme. „Dieses Vorhaben ist ein Angriff auf die Bio-Landwirtschaft in Europa sowie auf den Grundsatz der Wahlfreiheit“.

Diese Bruchzonen prallten auch vor kurzem auf einer Enquete in Wien aufeinander. In ihrem Eingangsstatement erläuterte Umwelt- und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) die ablehnende Haltung Österreichs: Der Wegfall der Kennzeichnung für einen Teil des gentechnisch veränderten Saatguts sei ebenso inakzeptabel wie auch die Vorgabe, dass es keine Möglichkeit gebe, als Einzelstaat den Anbau von Gen-Saatgut zu unterbinden. Organisiert wurde die Enquete von Konsumentenschutz- und Umweltministerium, Umweltbundesamt, Ages (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) und der Arbeitsgemeinschaft Gentechnikfrei.

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