Lesen statt lenken. Noch nicht Realität, aber auf dem Campus der TU Graz gibt es seit 2017 immerhin Testfahrten mit einem autonomen Auto.
Mobilität

Eine Spritztour mit dem autonomen Fahrzeug

Wo steht das autonome Fahren – und wohin bewegt es sich? Am steirischen Kompetenzzentrum Virtual Vehicle forscht man daran, es für den Straßenverkehr vorzubereiten. Ein Praxistest auf Grazer Nebenstraßen.

Ein wenig ungewohnt ist es schon, wenn der Fahrer eine Tastatur am Oberschenkel balanciert und damit zunächst die Software am Computer startet. „Das Auto muss wissen, wo es sich befindet“, erklärt Dissertant Markus Schratter. Er zeigt auf den über der Mittelkonsole angebrachten Monitor, wo eine Punktwolke erscheint. Die am Fahrzeug montierten Kameras, Laser- und Radarsensoren erkennen die rechts parkenden Autos, ein Gebüsch und einen Mann, der mit einem Tempo von vier Stundenkilometern vorbeigeht. „Eine hinterlegte Karte verrät, wo man fahren kann, welche Geschwindigkeitslimits es zu beachten gilt und wo das nächste Stoppschild steht“, erläutert Schratter weiter. Ein Knopfdruck am Lenkrad des technologisch stark aufgerüsteten Mittelklassewagens – und schon geht es los.

Computer im Kofferraum

Freihändig, aber aufmerksam sitzt Schratter hinter dem Steuer. Schließlich könnte hier, auf dem Campus der TU Graz, jederzeit ein unerwartetes Hindernis auftauchen. Das Gelände war einer der ersten Orte in Österreich, an denen autonome Autos fahren durften. Für die Forschenden ist das mittlerweile Routine. „Wir nutzen ebenfalls seit 2017 die Autobahnteststrecke zwischen Mooskirchen und Laßnitzhöhe und seit 2022 einen Straßenabschnitt in Graz-Puntigam“, sagt Daniel Watzenig, technischer Leiter des Kompetenzzentrums Virtual Vehicle (VIF) und TU-Professor für Autonomes Fahren am Institut für Automatisierung und Steuerung auf der Rückbank. Er ist einer der Pioniere des Fachs in Österreich – und mittlerweile weltweit gefragt. Der Elektrotechniker hält Gastvorlesungen an den Unis Stanford (USA) und Tongji (China).

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