Gartenkralle

Invasion der Götterbäume

Rasanter Wildwuchs: Der Götterbaum.
Rasanter Wildwuchs: Der Götterbaum.Ute Woltron
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Lang war die Bekämpfung des Invasors schwierig, doch es gibt eine ökologisch vertretbare Lösung.

Ein echter Fehlgriff in der Bepflanzung des nachbarlichen Gartens erfolgte vor vielen Jahren in Form eines damals noch nicht als berüchtigt eingeschätzten Götterbaums. Mittlerweile ist der aus China stammende Ailanthus altissima ein gut zwanzig Meter hoher Riese, und er pflegt die weitere Umgebung mit Massen von Samen zu bewerfen. Die meisten gehen offenbar auf, sodass das Götterbaum-Pflänzchen-Roden zu einer der verhasstesten Beschäftigungen der Nachbarin geworden ist.

Bedauerlicherweise breitet sich der seit 2019 auf der EU-Liste der invasiven Arten gelistete Baum rasch aus und verdrängt mancherorts die endemische Pflanzenwelt. Seither ist sowohl der Handel als auch das Pflanzen von Götterbäumen verboten.

Die längste Zeit wusste man nicht, wie seinem rasanten Wildwuchs nachhaltig beizukommen sei. Denn auch wenn man diesen Baum fällt, so treibt er aus dem Wurzelstock sofort wieder aus. Nur das „Ringeln“, das Entfernen der Rinde in einem breiten Band rund um den Stamm, brachte ihn zur Strecke. Seit ein paar Jahren gibt es auch eine biologische und ökologisch vertretbare Methode, seiner Verbreitung Herr zu werden, und sie wurde an der Universität für Bodenkultur in Wien in langjähriger Forschungsarbeit entwickelt.

Sporen gegen den Dschungel

Vor allem in Naturparkregionen kommt ein bestimmter Welke-Pilz zur Anwendung, der den Baum relativ schnell absterben lässt. Die Sporen werden direkt in den Stamm injiziert und über den Wurzelkontakt auch auf die benachbarten Götterbäume übertragen. Angesichts der allerorten entstehenden Götterbaum-Dschungel kommt der Verdacht auf, dass diese gute Botschaft verbreitet werden sollte. Wer also an einer regionalen Götterbauminvasion leidet und Interesse hat, ihr entgegenzuwirken, schlägt einfach unter Boku und Götterbaum nach und bekommt alle Infos serviert.

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