Kulturpolitik

Kulturbudget: 7,8 Prozent Steigerung und 100 Millionen Euro für neue Museumseingänge

Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich konnte Andrea Mayer in den vergangenen beiden Jahren für das Kunst- und Kulturbudget verkünden. 2024 dürfte die Budgeterhöhung wohl die Teuerung in etwa ausgleichen.
Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich konnte Andrea Mayer in den vergangenen beiden Jahren für das Kunst- und Kulturbudget verkünden. 2024 dürfte die Budgeterhöhung wohl die Teuerung in etwa ausgleichen.APA / APA / Georg Hochmuth
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Das Kunst- und Kulturbudget 2024 steigt um 7,8 Prozent. Deutlich mehr Geld wird reserviert, um Filmproduktionen ins Land zu locken. 27,7 Millionen Euro stehen in den nächsten Jahren für ein neues Haus der Geschichte bereit.

Das Kunst- und Kulturbudget des Bundes wird 2024 erneut erhöht: Laut Voranschlag steigt es um rund 48,6 Millionen Euro auf insgesamt 668,8 Millionen an. Das entspricht einer Steigerung von 7,8 Prozent. Die Erhöhung ist damit nicht ganz so hoch wie jene, die Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer in den letzten beiden Jahren stolz verkünden konnte (12,3 Prozent für das Jahr 2022 sowie 11,3 Prozent für 2023), soll aber dennoch der Teuerung entgegenwirken. Im Vergleich: Die Inflation in Österreich wird 2023 laut Wirtschaftsforschungsinstitut 7,7 Prozent betragen. Das Gesamtbudget des Bundes steigt 2024 laut Voranschlag um 7,2 Prozent.

„Mit dieser Erhöhung können wir einerseits den aktuellen Herausforderungen – Stichwort Teuerung – begegnen und begonnene Schwerpunkte wie Fair Pay oder das Filmanreiz-Modell ordentlich weiterführen und andererseits auch neue Akzente setzen, wie etwa beim Haus der Geschichte“, wird Staatssekretärin Andrea Mayer in einer Aussendung zitiert. „Noch nie wurde in Österreich so viel Geld in Kunst und Kultur investiert wie unter dieser Bundesregierung“, heißt es darin weiter.

Filmförderung ÖFI+ wird mehr als verdoppelt

Ein guter Teil des zusätzlichen Geldes (23,6 Millionen Euro) ist denn auch als Inflationsausgleich vorgesehen: Rund 7,2 Millionen zusätzlich bekommen die Bundestheater, deren Basisabgeltung steigt damit auf 194 Millionen (+7,2 Prozent). Zusätzliche 5,2 Millionen gibt es für die Bundesmuseen (+5,1 Prozent auf 139 Millionen Euro), deren Auslastung sich seit Corona besser erholt hat als jene der Theater. Für 2025 ist dann eine weitere Erhöhung für die Bundeskultureinrichtungen um 16,4 Mio. Euro vorgesehen.

Um 11,2 Millionen wird auch der Fördertopf aufgestockt, der in die freie Szene fließt. Zusätzliche sechs Millionen Euro fließen in den Denkmalschutz. Eine geplante Novelle des Denkmalschutzgesetzes sieht eine Erhaltungspflicht für Eigentümerinnen und Eigentümern von Denkmalen vor, entsprechend wird auch der Fördertopf dafür erhöht.

Zusätzliches Geld gibt es auch für die Filmförderung. Mit Anfang 2023 wurde ja ein neues Anreizmodell eingeführt, das den Filmstandort Österreich stärken soll: Mit dem Fördermodell ÖFI+ werden nationale, aber auch internationale Kinofilme gefördert, die in Österreich gedreht werden: Filmprojekte, die bestimmte Kriterien erfüllen, bekommen dabei automatisch einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von bis zu 35 Prozent der in Österreich anfallenden Kosten (maximal 5 Millionen Euro pro Film). Gedeckelt wurde diese Förderung bewusst nicht, um möglichst viele Produktionen ins Land zu locken. Ins Budget muss freilich trotzdem eine Zahl geschrieben werden. 2023 budgetierte man 15,5 Millionen Euro dafür, vergeben wurde deutlich mehr, die Prognosen zeigen nach oben. 2024 wird also deutlich mehr Geld dafür reserviert: Mit zusätzlichen 24,4 Millionen Euro wird der fiktive Topf mehr als verdoppelt: auf insgesamt 39,9 Millionen Euro.

Haus der Geschichte: Neuer Standort wird geprüft

Dass die derzeitige Situation des Hauses der Geschichte Österreich unzulänglich ist, ist Staatssekretärin Mayer klar: Statt in den beengten Räumen der Neuen Burg soll das Museum einen neuen Standort bekommen. Medienberichten zufolge wird eruiert, ob es ins Museumsquartier ziehen könnte: Im Hof 2 des MQ, wo auch Zoom-Kindermuseum, Dschungel Wien und Tanzquartier untergebracht sind, könnte demnach ein Dach dafür ausgebaut werden. Bestätigen will Mayer das nicht. Sie will den neuen Standort jedenfalls noch in dieser Legislaturperiode fixieren.

Eine Machbarkeitsstudie für ein Gebäude läuft, die Investitionskosten – insgesamt 27,7 Millionen Euro – sind im Bundesfinanzrahmen für die nächsten Jahre (2024-2027) bereits vorgesehen. 10,6 Millionen davon kamen durch den folgenschweren Restitutionsfall um das Bild „Apfelbaum II“ von Gustav Klimt zustande: Es wurde 2001 von der Republik Österreich an die Erben einer im Holocaust ermordeten Kunstsammlerin restituiert, Jahre später erkannte man, dass man das falsche Bild zurückgegeben hatte. Da hatten die Erben „Apfelbaum II“ längst verkauft. Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf eine Zahlung von 10,6 Millionen Euro. Diese wurden für das Haus der Geschichte zweckgewidmet.

100 Millionen Euro für neue Eingänge bei KHM, NHM und Belvedere

Eine besonders große Investition ist in den Jahren 2025-2027 ebenfalls vorgesehen: Um insgesamt 100 Millionen Euro sollen die Eingangsbereiche des Kunsthistorischen Museums, Naturhistorischen Museums und des Belvedere erneuert werden. Mit neu gestalteten Kartenschaltern, Garderoben, Shops, etc. soll die Besuchererfahrung damit verbessert und barrierefrei gemacht werden.

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