Kolumne

Geschichte oder G’schichtl

Sprechblase
SprechblaseClemens Fabry
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Sprechblase Nr. 514. Warum „historische Gründe“ nicht alles erklären.

Es gibt Umstände, Abläufe, Einrichtungen, die sind, wie sie sind. Man trägt sie mit, macht sie mit und stützt sie – obwohl man genau weiß: Gescheit, geschickt und logisch ist das alles nicht. Aber es war halt immer schon so. Und irgendwie fehlen Zeit, Idee und/oder Mut, um sie zu ändern. Also ist es so und bleibt es so, wie es ist.

Unangenehm ist es, wenn man von nüchternen Beobachtern darauf an­gesprochen wird: Als im Change Management geschulter Mensch weiß man schließlich, dass man das mit dem „Das ist schon immer so gewesen“ keinesfalls sagen darf. Denn dann steht man flugs als Besitzstandswahrer, als Veränderungsverweigerer und Ignorant da.

Also sagt man, das Nämliche habe – Achtung, Sprechblase – „historische Gründe“. Und schon darf man darauf hoffen, dass der Rest Geschichte ist. Auch wenn das mit den historischen Gründen nur ein G’schichtl ist.

michael.koettritsch@diepresse.com

In der „Sprechblase“ spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts „Management & Karriere“ in der „Presse“, wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Management- und Business-Sprechs auf und nach.

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