Ägypten veranstaltet einen internationalen „Friedensgipfel“. Aber die Erwartungshaltung ist gering.
Wien/Jerusalem. Kirjat Schmona ist wie ein Fiebermesser. Die Stadt ganz im Norden Israels ist schon häufig zum Ziel von Raketen aus dem Libanon geworden, wenn sich die Lage im Nahen Osten wieder einmal aufgeheizt hatte. Am Freitag nun ordnete Israels Armee auch die Evakuierung von Kirjat Schmona an, das auf dem Papier 22.500 Bewohner zählt. Die Menschen sollten staatlich finanzierte Unterkünfte aufsuchen, hieß es. Bilder zeigten Bewohner mit Kippa und vollgestopften Plastiksäcken, die auf eine Transportmöglichkeit warteten.
Die Räumung der Grenzstadt erzählt schon viel davon, wie angespannt die Lage im Norden Israels am Freitag war, wo es auch neuerlichen Beschuss gab, und wie ernst das Militär die Gefahr nimmt, dass die Hisbollah-Miliz, ein Stellvertreter des Irans im Libanon, eine größere zweite Front eröffnen könnte. Auch andere Staaten befürchten, dass sich der Krieg ausweitet und haben deshalb Reisewarnungen für den Libanon ausgegeben, darunter Deutschland, das von einer „präventiven“ Maßnahme sprach und dies mit der „volatilen“ Situation begründete.