In Wien gehen am Dienstag die Elementarpädagoginnen auf die Straße. Die privaten Kindergärten sind überhaupt großteils zu, in manchen städtischen gibt es Notbetrieb.
Die meisten der knapp 100.000 Kindergartenkinder in Wien sind am Dienstag zu Hause: Denn die Elementarpädagoginnen gehen auf die Straße, um für bessere Rahmenbedingungen zu demonstrieren. Die privaten Kindergärten haben großteils ganz geschlossen. Von den öffentlichen sind rund zwei Drittel gesperrt, wie es auf „Presse“-Anfrage aus der MA 10 heißt.
Rund 120 städtische Kindergartenstandorte werden bespielt, je nach Bedarf aber in reduzierter Form: Von Gesetzes wegen müssen die öffentlichen Kindergärten eine Versorgung aufrecht erhalten. Laut MA 10 hätten alle Kinder, die dringend Betreuung benötigen, an diesem Tag einen Platz. Teilweise allerdings nicht am eigenen Kindergartenstandort sondern anderswo.
Auch Schüler betroffen
Auch die Freizeitpädagoginnen und -pädagogen von „Bildung im Mittelpunkt“, die an 142 öffentlichen Volksschulen für 35.000 Kinder den Freizeitteil gestalten, beteiligen sich an den Demos. Daher entfällt großteils auch die Nachmittagsbetreuung für Schülerinnen und Schüler.
In Wien gibt es insgesamt rund 17.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Kindergärten und Horten. Im Gegensatz zum Personal der privaten Anbieter dürfen sich bei den städtischen Einrichtungen nur Gewerkschaftsmitglieder am Protest beteiligen, die sind allerdings beim Kindergartenpersonal in der Mehrheit.
Mehr Geld, mehr Personal
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Kindergärten sind seit Herbst 2021 wiederholt für bessere Rahmenbedingungen auf die Straße gegangen. „Wir brauchen dringend: mehr Zeit, mehr Raum, mehr Geld und mehr Personal!“, heißt es im aktuellen Protest-Aufruf der Gewerkschaften.
Die jüngste Ankündigung zusätzlicher Mittel für den Elementarbereich durch Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sind der Gewerkschaft nicht konkret genug. Es brauche jetzt konkrete Maßnahmen wie kleinere Gruppen mit mehr Personal, genug Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit, bezahlte Reflexionszeit sowie österreichweit einheitliche Strukturbedingungen.
Akuter Personalmangel
Ohne bessere Rahmenbedingungen werde sich der schon jetzt akute Personalmangel weiter verschärfen, warnen die Gewerkschaften. Laut der für die Gemeindebediensteten zuständigen Younion fehlen allein in den städtischen Kindergärten 600 Pädagoginnen und Pädagogen, in allen Wiener Einrichtungen seien es 1200.
(beba/APA)