Ferrero: "Hey Benita, uh, ah"Fischer: "Simply the best"

Keine neuen Hits auf den Abschlussveranstaltungen der Präsidentschaftskandidaten: Kanzler Schüssel gibt die Losung aus: "Entweder die erste Frau oder der achte Mann". Fischer hofft auf ein "gutes, erfreuliches, rot-weiss-rotes Ergebnis".

WIEN. „Hey Benita, uh ah“: DJ Ötzi als Anheizer hatte sogar seinen größten Hit in eine Ferrero-Hymne umgewandelt. Die Abschlusskundgebung des Hofburg-Wahlkampfs von Benita Ferrero-Waldner am Freitag Abend am Wiener Graben bot neben leichtgekleideten Showgirls auch Benita-Sprechchöre von den Jugendlichen in der ersten Reihe, die auch mit „Benita“-Schildern bewaffnet waren. Nicht fehlen durften auf der Bühne auch die als Löwen verkleideten Benita-Wahlhelfer -  ganz dem Slogan entsprechend: „Sie hat wie eine Löwin für Österreich gekämpft“.

Zum Abschlussevent von Heinz Fischer

Diashow: Abschluss-Kundgebung von Ferrero-WaldnerAuch zahlreiche politische Prominenz fand sich am Graben ein. Als Gastgeber rief Wiens Parteiobmann Alfred Finz der Menge ein "Viva Benita" zu. Praktisch die gesamte Regierungsmannschaft war angetreten, um noch mal mit dem scheinbar von Ferrero-Waldner abgeschauten Lächeln im Gesicht Stimmung für die ÖVP-Kandidatin zu machen.

"Wissen, wo international der Hase läuft"

Ferrero-Waldner verbreitete in ihrer Rede nochmals ihre Kernbotschaften des Wahlkampfs an das Volk. "Die wichtigste Aufgabe einer Präsidentin sehe ich darin, das Ansehen unseres Landes in der Welt auszubauen und zu festigen". Wichtig sei, dass das Staatsoberhaupt im Ausland und bei internationalen Organisationen bekannt sei: "Bei uns würde man sagen, dass sie weiß, wo der Hase läuft".

Hofburg als Kompetenzzentrum

Sie betonte, dass sie ein gutes Programm präsentiert hätte – nicht ohne mit einem Seitenhieb zu sparen: „Haben Sie von einem Programm des Gegenkandidaten gehört?“ Sie wolle jedenfalls keine Oberlehrerin und keine Chefkommentatorin sein, die Hofburg wolle sie zu einem Kompetenzzentrum ausbauen, als ein Raum des Dialogs.

Der Bundespräsident solle laut Ferrero nicht das Gegenstück zur Regierung sein, das sei ja die Opposition. Auch nicht der Hüter der Verfassung, das sei ja der Verfassungsgerichtshof.

Unvermeidlich: Die Sanktionen-Debatte

Nicht fehlen durfte auch in dieser Rede der unvermeidliche Vorwurf an Fischer und die SPÖ, Österreich während der Sanktionszeit nicht entsprechend verteidigt zu haben.: „Die ungerechtfertigten Sanktionen gegen uns Österreicher zeigen, was ich für dieses Land getan habe“. Ferrero zeigte sich empört, „dass nicht alle österreichischen Partein diese Demütigung zurückgewiesen haben“.

Ohne mit der Wimper zu zucken verteidigte sie auch die österreichische Neutralität, diese stehe im Verfassungsrang, „niemand denkt daran, das zu ändern.“ Scheinbar sind vor dieser Volkswahl alle Nato-Beitritts-Avancen verpufft.

Quiz

Und jetzt ein kleines Quiz: Welcher der Kandidaten warb bei der Abschlusskundgebung mit diesem Slogan: „Das Prinzip des Wegschauens mag bequem sein, fair ist es nicht.“ Es war Ferrero-Waldner. Ein weiterer Mosaikstein für die Verwechselbarkeit der Aussagen der Kandidaten.

Nach jeder Atempause von Ferrero-Waldner wurden laute „Be-ni-ta, Be-ni-ta“-Rufe aus den Kehlen der Jugendlichen in den ersten Reihe vor der Bühne laut.

„Der ewige Zweite oder die geborene Erste“

Nach der Rede von Ferrero-Waldner trat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ans Rednerpult – die Parteihierarchie hat also zumindest bei der Auswahl des Hauptredners gesiegt. Der Bundeskanzler brachte seine Unterstützung auf den Punkt: „Entweder die erste Frau oder der achte Mann“. Und im Nachsatz: „Der ewige Zweite oder die geborene Erste.“

Großer Jubel zum Abschluss des Events - wobei man den Eindruck gewinnen konnte, dass großteils schon "eingesessene" Benita-Anhänger am Platz waren - und nur wenige, die sich vielleicht durch die Rede Ferrero-Waldners überzeugen lassen wollten, doch das Kreuzerl bei ihr zu setzen. Sehr amerikanisch jedenfalls der Schlusspunkt der Veranstaltung: Konfettiregen und Papierschlangen wurden in die Luft geschossen und die Menge stimmte - wohl kaum ein intellektueller Höhepunkt - noch einmal die "Hey Benita"-Hymne an.


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