Opernkritik

Himmlische Mandoline, wunderbare Desdemona: „Otello“ an der Staatsoper

Jonas Kaufmann als Otello, Rachel Willis-Sørensen als Desdemona,
Jonas Kaufmann als Otello, Rachel Willis-Sørensen als Desdemona, Staatsoper/Michael Pöhn
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Jonas Kaufmann ist nicht die einzige Attraktion in der Wiederaufnahme der lauwarmen „Otello“-Inszenierung von Adrian Noble.

Der „Otello“ von Regisseur Adrian Noble hat eine zeitlose Qualität: als klassische Nichtinszenierung, so adrett und interpretatorisch zurückhaltend, dass sie auch 1980 oder 1957 keine Wimper zum Zucken gebracht hätte. Eigentlich wird das meiste der traditionellen, Periodenmischmasch-Bühnen- und Kostümausstattung von Dick Bird überlassen, die mit ihren bildhübschen Klischees so universell scheint, dass sie für jede zweite konservative Inszenierung, von „Carmen“ über „Rosenkavalier“ bis „Werther“, wiederverwendet werden könnte. Man müsste nur auf den venezianische Löwen verzichten, der im letzten Akt, wie einst die Taube im Parsifal, auf Kommando aus dem Schnürboden angeschwebt kommt. Eine Produktion also, die sich sehr dafür eignet, bestimmte Sänger auf die leere Leinwand gepinselt zu bekommen und diese dann walten lassen.

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