Kolumne

Wir werden uns schon anpassen

Sprechblase
SprechblaseClemens Fabry
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Sprechblase Nr. 515. Warum heute „elastisches Schrumpfen“ gesagt wird.

Ob es damals, 2014, klug war, das Wort situationselastisch zu verwenden, ist aus heutiger Sicht unerheblich. Die Kreation schaffte es jedenfalls – ob ihrer „prägnanten Unverbindlichkeit“, wie die Jury erklärte –, Wort des Jahres zu werden.

Neun Jahre später wird von den Menschen schon wieder oder noch immer Elastizität erwartet: wahlweise als Flexibilität oder Resilienz. Man darf es positiv sehen: Anpassung gelingt an vielen Orten und in vielen Situationen, gleich, ob es bergauf oder bergab geht, die Dinge gut oder miserabel laufen.

Doch selbst wenn man kein Anhänger einer Wachstumslogik ist, mit Schrumpfen hat kaum jemand Freude. Deshalb reden aktuell manche lieber von – Achtung, Sprechblase – „elastischem Schrumpfen“. Der Zusatz soll das Unaussprechliche offenbar ein wenig abfedern.

Nur: Was erst soll dann das „elastische Wachstum“ verschleiern?

michael.koettritsch@diepresse.com

In der „Sprechblase“ spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts „Management & Karriere“ in der „Presse“, wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Management- und Business-Sprechs auf und nach.

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