Der Mediator

Wenn António Guterres den Terror erklärt

Die Schande der UNO? UN-Generalsekretär António Guterres bei seiner Ansprache am 20. Oktober auf der ägyptischen Seite des einzigen Grenzübergangs zwischen Ägypten und Gaza.
Die Schande der UNO? UN-Generalsekretär António Guterres bei seiner Ansprache am 20. Oktober auf der ägyptischen Seite des einzigen Grenzübergangs zwischen Ägypten und Gaza. IMAGO/Ahmed Gomaa
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Der UNO-Generalsekretär hat sich undiplomatisch in den Nahost-Konflikt eingemischt. Die jüngsten Massaker an den Juden seien nicht „im luftleeren Raum“ geschehen. Ist er ein Hamas-Versteher? Nicht nur Israel scheint das aus seinen Worten herauszulesen.

Der Spitzendiplomat der Vereinten Nationen sollte eine moralische Instanz sein. Das Wort ihres höchsten Verwaltungsbeamten hat weltweit politisches Gewicht. Diese Art Autorität wurde von António Guterres allerdings leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Der Portugiese, der sein Land von 1995 bis 2002 regierte und danach zur UNO wechselte, mischte sich eindeutig zweideutig in den Nahost-Konflikt ein. Zwar verurteilte er den Terror von Palästinensern, ihre Massaker an Juden, aber er ortete auch eine „erdrückende Besatzung“ durch Israel: „Es ist wichtig zu erkennen, dass die Angriffe der Hamas nicht im luftleeren Raum stattfanden“, meinte der Ex-Präsident der Sozialistischen Internationale und amtierende UN-Generalsekretär.

Verständlich, dass Israel daraufhin seinen Rücktritt forderte; man kann diese Aussagen als Gleichsetzung ihres Staates mit der Hamas interpretieren, die nicht nur das Nachbarland, sondern auch Gaza terrorisiert. 2005 zog der letzte israelische Soldat aus diesem Küstenstreifen ab. Seither gibt es dort eine Selbstverwaltung – ohne irgendwelche demokratischen Regeln.

Guterres mag mit seiner Rede in extrem linken und radikal islamischen Kreisen punkten. Wie aber wurde sie in konservativen Blättern der freien Welt aufgenommen?

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