Der Krieg ist in die „nächste Phase“ eingetreten. Doch die Kritik aus dem Ausland wächst, die Familien der Geiseln machen Druck – und der Iran verschärft seine Drohungen.
Tel Aviv. War das die seit Wochen erwartete Bodenoffensive im Gazastreifen? Zunächst herrschte unter Nahost-Beobachtern Verwirrung. Die „nächste Phase“ des Kriegs habe begonnen, verkündete ein Sprecher der israelischen Armee, der IDF; die Truppen kämpften gegen die Hamas „aus der Luft, zu Lande und zur See“. Eine Bestätigung, dass damit der Einmarsch nun offiziell begonnen habe, gab es aber nicht – und vermutlich wird es sie auch nicht mehr geben.
Denn anstelle einer schnellen und massiven Reaktion, die viele nach den Gräueltaten der Hamas erwartet haben, hat sich die IDF wohl für ein graduelleres Vorgehen entschieden. Das birgt aus israelischer Sicht mehrere Vorteile, aber auch Risiken. Die Hamas hat eine Bodenoffensive zweifellos erwartet und sich darauf vorbereitet. Israelische Sicherheitsexperten fürchten, die Hamas könnte die Soldaten in Hinterhalte locken und in opferreiche Häuserkämpfe verwickeln.