China verzeichnet einen Rekordrückgang bei der Geburtenrate. 2022 ist die Bevölkerung deshalb erstmals seit langem geschrumpft. Xi hat deshalb zu einem „neuen Trend zur Familie“ aufgerufen.
Der chinesische Präsident Xi Jinping hat angesichts fallender Geburtenraten die Frauen in der Volksrepublik dazu aufgerufen, einen „neuen Trend zur Familie“ zu etablieren. Es sei notwendig, „aktiv eine neue Kultur der Ehe und des Kinderkriegens zu kultivieren und junge Menschen bei Ehe, Geburt und Familie stärker zu führen“, sagte er am Montag in einem von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichten Kommentar.
Die Rolle der Frauen für die Gesellschaft sei in einem Gespräch zwischen Xi und dem Führungsteam des All-Chinesischen Frauenverbands thematisiert worden. Fortschritte im Bereich der Frauenpolitik würden sich nicht nur auf die Frauen selbst auswirken, hieß es weiter. Auch die familiäre und soziale Harmonie sowie der nationale Fortschritt des Landes seien betroffen.
Jahrzehntelange Ein-Kind-Politik
Hintergrund sind eine alternde Bevölkerung sowie ein Rekordrückgang bei der Geburtenrate. Im vergangenen Jahr war die Bevölkerungszahl erstmals seit Jahrzehnten geschrumpft. Hohe Kinderbetreuungskosten, Karrierehindernisse, Diskriminierung und der Wunsch, nicht zu heiraten, halten viele junge Chinesinnen davon ab, Kinder zu bekommen. Die Regierung kündigte zu Jahresbeginn an, etwa die Kosten für Kinderbetreuung und Bildung senken zu wollen.
Bereits seit 2021 versuchen die Behörden mit diversen Maßnahmen, den Bevölkerungsrückgang zu bekämpfen. Dazu gehören Steuererleichterungen, längerer Mutterschaftsurlaub und Wohnhilfen. Nach der jahrzehntelangen Ein-Kind-Politik zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums in China dürfen Paare seit 2016 wieder zwei Kinder und seit 2021 drei haben.
In anderen Staaten der Region ist die Bevölkerungsentwicklung ähnlich: Japan, Südkorea und Taiwan sehen sich alle mit rückläufigen Bevölkerungen konfrontiert, weil sowohl die Geburtenraten als auch die Einwanderungszahlen niedrig sind. (APA/Reuters)