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Thiem spielt in Paris bis 2.22 Uhr – muss das sein?

Dominic Thiem musste in Paris eine Nachtschicht einlegen.
Dominic Thiem musste in Paris eine Nachtschicht einlegen. APA/AFP/Dimitar Dilkoff
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Weil es den Veranstaltern des Masters in Paris an Plätzen fehlt und zu viele Matches an einem Tag angesetzt werden, müssen die Spieler den Preis dafür bezahlen. Über die Folgen einer besonderen Nachtschicht – und was Turnierdirektoren, Manager und Mediziner darüber denken.

Um 2.22 Uhr verwandelte Dominic Thiem Montagnacht in Paris-Bercy den Matchball zum 3:6, 6:3, 7:5-Erfolg über Stan Wawrinka. Für den Niederösterreicher kam dieses Spiel Schwerstarbeit gleich, nicht nur aufgrund der Gegenwehr des Schweizers. Erst knapp vor Mitternacht waren Thiem und Wawrinka zum Center Court gerufen worden. Die meisten Teilnehmer am letzten ATP-1000-Event des Jahres waren da längst in ihrem Hotelzimmer beziehungsweise schliefen schon. Das Duell der beiden Grand-Slam-Champions bildete den Abschluss eines sehr langen Tages. Es war das sechste und letzte Spiel in der Accor Arena.

Begonnen hatte der Turniertag um elf Uhr mit der Begegnung zwischen dem Spanier Alejandro Davidovich Fokina und Ben Shelton aus den USA. Nach 2:28 Stunden jubelte Davidovich Fokina über den Einzug in die zweite Runde. Es folgten vier weitere Spiele (zwei davon über drei Sätze), ehe Thiem und Wawrinka den Court betraten.

Das Turnier in Paris hat dasselbe Problem wie viele andere Hallenturniere: Es verfügt über zu wenige Plätze. Auch auf den beiden anderen Plätzen ist das Programm dicht, werden bis zu sechs Matches pro Tag angesetzt. Wer Pech hat, spielt als Letzter. „Bei sechs Spielen auf einem Court ist der Hebel enorm groß. Da kann von neun bis 18 Stunden alles dabei herauskommen“, sagt Herwig Straka, Turnierdirektor der am Sonntag zu Ende gegangenen Erste Bank Open in Wien.

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