Konjunktur

Schlechte Laune in der Wirtschaft

Der Ausblick in der Bauwirtschaft stagniert den vierten Monat in Folge. Wie es weitergeht, sehen die Firmen unterschiedlich.
Der Ausblick in der Bauwirtschaft stagniert den vierten Monat in Folge. Wie es weitergeht, sehen die Firmen unterschiedlich.APA
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Obwohl sich die Stimmung im Oktober minimal besserte, sind die heimischen Unternehmen angespannt. Einen Lichtblick könnte die sinkende Inflation versprechen.

Es herrscht weiterhin schlechte Stimmung bei den österreichischen Unternehmen, wenn sie auf die Konjunkturentwicklung blicken. Das belegt der monatliche Konjunkturtest des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Allerdings hat sich die pessimistische Stimmung im Vergleich zum September ein wenig aufgehellt. So lag der Konjunkturklimaindex mit minus 7,9 Punkten (saisonbereinigt) um 0,5 Punkte höher als im Vormonat (minus 8,4 Punkte). Das zeige eine Seitwärtsbewegung der gesamtwirtschaftlichen Konjunktureinschätzungen, heißt es in dem Bericht. Besonders die Industriekonjunktur prägt das trübe Bild.

Nach mehreren schwachen Quartalen ist die heimische Wirtschaft im dritten Quartal erstmals seit 2020 wieder in eine Rezession gerutscht. Im ersten Halbjahr waren Wirtschaftsforscher noch von einer Stagnation für das laufende Jahr ausgegangen.

Blickt man auf die Einschätzungen der Firmen, wird sich an der Abwärtsbewegung auch demnächst nichts ändern. Denn die gesamtwirtschaftlichen Einschätzungen blieben nahezu unverändert. Der Bereich der Sachgütererzeugung – also die produzierende Industrie und Gewerbe – wurde von den Unternehmen zuletzt aber schlechter beurteilt. In diesem Bereich berichteten die Betriebe „per saldo weiter von rückläufigen Dynamiken bei der Produktionstätigkeit“, heißt es im Wifo-Bericht.

Bau schnauft noch immer

Die Erwartungen in der Bauwirtschaft stagnierten den vierten Monat in Folge. Der entsprechende Index blieb mit minus 0,1 Punkten (saisonbereinigt) im neutralen Bereich, „die optimistischen und pessimistischen Einschätzungen wiegen sich damit auf“, heißt es. Gleichzeitig liege der Index damit aber um rund zehn Punkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Während der Pandemie lag der Index mit rund 20 Punkten im Minusbereich. Nähere Betrachtungen zeigen ein uneinheitliches Bild: Einerseits schätzen die Firmen die Bautätigkeit besser ein als in den Sommermonaten. Umgekehrt glauben weniger Firmen daran, genügend Aufträge zu haben. Schlechter wurde die Situation vor über sieben Jahren eingeschätzt.

Negativ äußerten sich weiterhin die Einzelhändler. Dort ist die Konsumlaune schon länger im Keller. Seit dem Frühjahr verschlechterte sich die Stimmung schrittweise. Im Oktober sank der Index aber nicht weiter und lag mit minus 15,7 Punkten um 1,1 Punkte über dem Vormonatswert. Die Konjunkturdynamik im Dienstleistungssektor dürfte sich wiederum etwas stabilisieren.

Inflation sinkt

In die richtige Richtung zeigt dafür die Inflation in Österreich. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria sank sie im Oktober auf 5,4 Prozent nach sechs Prozent im September. Damit erreichte sie den niedrigsten Stand seit Jänner 2022.

Der Grund: „Das geht vor allem auf die Preise für Nahrungsmittel und Möbel zurück, die vor einem Jahr deutlich gestiegen waren und nun die Teuerung weitaus weniger kräftig antreiben“, erklärt der Generaldirektor der Statistik Austria, Tobias Thomas. „Außerdem sind Treibstoffe im Vergleich zum Oktober des Vorjahres deutlich günstiger.“ Für Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) werde die sinkende Inflation „in Kombination mit einer zielgerichteten Konjunkturbelebung zu einer positiven wirtschaftlichen Dynamik im Jahr 2024 führen“.

Auch im Euroraum schwächte sich die Teuerung auf 2,9 Prozent ab. Das ist das niedrigste Inflationsniveau seit Juli 2021. Der Zielwert der EZB liegt bei zwei Prozent.

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