Studie

Katzen haben fast 300 Gesichtsausdrücke

Katzen haben knapp 300 unterschiedliche mimische Regungen.
Katzen haben knapp 300 unterschiedliche mimische Regungen. IMAGO/imageBROKER/G. Lacz
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Das Vorurteil, dass Katzen mit stoischen Mienen distanziert auf die Welt blicken, ist falsch. Forscher fanden heraus, dass die Samtpfoten sogar 276 unterschiedliche Gesichtsausdrücke haben können.

Für ihre stoischen Mienen und „Ist-mir-egal-Mentalität“ sind Katzen eigentlich bekannt. Zu Unrecht, wie Forscher nun herausfanden. Sie haben - was Katzenfreunde weniger überraschen wird - sogar knapp 300 unterschiedliche Gesichtsausdrücke.

Innerhalb eines Jahres haben Forscher 50 Katzen, die in einem Katzencafé in Los Angeles leben, genauestens beobachtet. Dabei haben sie 276 unterschiedliche Mimikregungen feststellen können. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden eben erst im Fachmagazin „Behavioural Processes“ veröffentlicht.

Während die Mimik der Menschen, aber auch der Affen und Hunde bisland schon recht gut erforscht ist, wurden Katzen eher vernachlässigt. Die Forscherinnen Lauren Scott und Brittany Florkiewicz von der University of California in Los Angeles haben sich zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern. Insgesamt nahmen die Medizinerin und die Evolutionspsychologin 194 Minuten Material auf.

Besonders interessiert haben die Forscher dabei die Interaktionen zwischen den Tieren. Sie haben die Aufnahmen im Detail analysiert und dabei herausgefunden, dass die Samtpfoten durchschnittlich vier Bewegungen nutzen, um einen Gesichtsausdruck zu erzeugen. Insgesamt haben sie sogar 26 verschiedene Möglichkeiten, ihr Gesicht zu bewegen, etwa mit Lippenbewegungen, Blinzeln oder dem Anlegen der Ohren.

Katzen besser verstehen

Scott und Florkiewicz haben versucht, die Gesichtsausdrücke zuzuordnen. 45 Prozent machen demnach eine freundliche Gestik aus, 37 Prozent eine aggressive und 18 Prozent der Ausdrücke konnten nicht zugeordnet werden.

Überhaupt sind sich die Forscherinnen nicht immer sicher, was die Tiere mit ihrer Mimik ausdrücken wollen. Aber sie hoffen, dass ihre Forschung dazu beiträgt, dass Katzen in Tierheimen besser verstanden werden können, wie sie im Gespräch mit Livescience.com berichten. Außerdem wurden sie schon von Unternehmen kontaktiert, die Apps gestalten wollen, mithilfe derer die Mimik der Stubentiger aufgezeichnet und entschlüsselt werden können.

Menschen haben übrigens 44 verschiedene Gesichtsausdrücke, Hunde 27 und Schimpansen sogar 357.

>>> „Science Direct“

>>> „Live Science“

(cg)

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