Die Unsicherheit auf den Aktien- und Anleihemärkten steigt. Es gibt allerdings Signale, die man als Anleger deuten können sollte.
Die Zeiten sind alles andere denn gemütlich – der Krieg in der Ukraine zieht sich ohne Aussicht auf ein Ende dahin, im Nahen Osten ist ein alter Brandherd zu einem weiteren Krieg eskaliert, die Spannungen zwischen den Großmächten USA und China halten an. In dieser geopolitischen Gemengelage „humpelt“ die Weltwirtschaft, wie IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas jüngst so treffend meinte. Für Anleger bedeutet das „warm anziehen“, wachsam und gewappnet sein, falls wider Erwarten ein Schwarzer Schwan auftaucht. Dieses seltene Tier gilt im Börsenjargon als Symbol für ein äußerst unwahrscheinliches Ereignis, das zunächst völlig überraschend eintritt, für das sich allerdings im Nachhinein sehr wohl Anzeichen finden. Konkret steht der Begriff, der vom Finanzmathematiker und Forscher Nassim Nicholas Taleb geprägt worden ist, für einen schweren Crash der Finanzmärkte.
Zinsen könnten noch steigen
Ob der Absturz tatsächlich droht oder es „nur“ zu einer Korrektur der Märkte kommt, die nach der Verschärfung des Nahost-Konflikts schon eingesetzt hat – eine klare Antwort haben auch die Experten nicht. Faktum ist, dass sich zuletzt die warnenden Stimmen mehrten. JPMorgan-Analyst Marko Kolanovic ist überzeugt, dass die schmerzhafte Phase am Aktienmarkt nicht so schnell vorbei sein dürfte. Einerseits dürften die Notenbanken die Zinsen noch weiter erhöhen. „Wir glauben, dass die meisten negativen Auswirkungen wie Ausfälle bei Verbraucherkrediten und Unternehmensinsolvenzen noch bevorstehen.“