Nahrungsmittelindustrie

Lieferanten werfen Lebensmittelhandel unlautere Praktiken vor

Besonders betroffen sei die Fleischindustrie.
Besonders betroffen sei die Fleischindustrie.APA / Comyan / Georg Hochmuth
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Die Hersteller sehen sich durch den jüngsten Bericht der Wettbewerbshüter bestätigt. Besonders betroffen sei die Fleischindustrie.

Die Nahrungsmittelhersteller sehen sich durch den Bericht der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) über die Praktiken im Lebensmittelhandel bestätigt: „Nämlich zum einen, dass der Handel eine starke Verhandlungsmacht hat, zum anderen, dass Lieferanten im hohen Ausmaß mit unlauteren Handelspraktiken konfrontiert sind“, sagt die Geschäftsführerin des Fachverbands Nahrungsmittelindustrie in der Wirtschaftskammer, Katharina Koßdorff.

Koßdorff kritisierte im Ö1-„Morgenjournal“ einseitige Vertragsänderungen, Zahlungen ohne eine Verbindung zu Lieferungen oder Zahlungen für unverschuldeten Qualitätsverlust - was alles ungesetzlich sei. Aber auch die Übernahme von Kosten für Werbemaßnahmen oder Rabattaktionen seien für die Lieferanten schwer zu stemmen. Besonders betroffen sei die Fleischindustrie.

„Kein ökonomisches Fleisch mehr“

Günter Thumser, Geschäftsführer des Markenartikelverbandes, sagte im „Morgenjournal“, „dass der Handel in den letzten zwei, drei Jahren vehement Wünsche nach Kostenübernahme im Sinne von Preisanpassungen den Herstellern gegenüber einfach abgelehnt hat.“ Seit dem Ukraine-Krieg seien die Energie-, Logistik- und Verpackungskosten sowie die Lohnkosten deutlich gestiegen - „da war dann, im wahrsten Sinn des Wortes, kein ökonomisches Fleisch mehr“.

Der Lebensmittelhandel sieht sich durch den BWB-Bericht vom Vorwurf der Preistreiberei entlastet. Berichte von Lieferanten über unlautere Handelspraktiken betreffen nach Ansicht des Handelsverbandes Einzelfälle. (APA)

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