Großbritannien

Der Nahost-Konflikt zieht tiefe Risse durch die britische Labour-Party

Unter Druck: Labour-Chef Keir Starmer, hier im Bild Ende Oktober auf dem Weg zu seinem Auto nach einer Rede im Chatham House.
Unter Druck: Labour-Chef Keir Starmer, hier im Bild Ende Oktober auf dem Weg zu seinem Auto nach einer Rede im Chatham House.APA / AFP / Daniel Leal
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Der Gaza-Krieg wird zunehmend zum Problem für Oppositionschef Keir Starmer. Immer mehr Labour-Mitglieder treten wegen der pro-israelischen Haltung ihres Vorsitzenden aus der Partei aus.

London. In London, Manchester, Glasgow, Leeds und vielen anderen britischen Städten gingen am Wochenende Menschen mit Palästinaflaggen auf die Straßen, Bahnhöfe und Verkehrsknotenpunkte wurden vorübergehend besetzt. Es war das dritte Wochenende in Folge, an dem hunderttausend Briten Solidarität mit Palästinensern demonstrierten und ein Ende der israelischen Bombardierung des Gazastreifens forderten. Nebst „Free Palestine!“ hörte man immer wieder wütende Stimmen, die riefen: „Keir Starmer: shame on you!“ – der Labour-Chef solle sich schämen.

Keine Feuerpause

Seit dem Terrorangriff der Hamas und der darauffolgenden Eskalation haben sich bei Labour tiefe Risse aufgetan. Viele Basismitglieder sowie einige hochrangige Politiker werfen Starmer vor, Israels Regierung kritiklos die Stange zu halten; die Opfer auf palästinensischer Seite vergesse er. Laut Experten kehren derzeit unzählige muslimische Briten, bisher treue Labour-Wähler, der Partei den Rücken. Denn Starmer sprach sich zwar für eine „humanitäre Pause“ aus, um die Zivilbevölkerung im Gazastreifen mit Hilfsgütern zu versorgen. Aber er weigert sich, einen Waffenstillstand zu fordern. Eine Feuerpause sei „im Moment nicht der richtige Standpunkt“.

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