Geopolitik

Wie die asiatischen Tigerstaaten Peking die Stirn bieten

Vom Infinity-Pool auf dem Marina-Bay-Sands-Hotel hat man eine fantastische Aussicht über die Finanzmetropole Singapur.
Vom Infinity-Pool auf dem Marina-Bay-Sands-Hotel hat man eine fantastische Aussicht über die Finanzmetropole Singapur.Getty Images
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Die Asean-Staaten sind der drittwichtigste Handelspartner der EU – hinter China und den USA. Vom Gezanke der Großmächte kann die Region sogar profitieren.

Auf der geopolitischen Bühne finde ein Kampf der Angebote statt, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell im Vorjahr auf einem Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union mit den südostasiatischen Asean-Ländern („Association of Southeast Asian Nations“). Der Staatenbund – dazu gehören Indonesien, die Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, Brunei und Laos – ist der drittwichtigste Handelspartner Europas. Wenn man nicht von anderen Akteuren überholt werden wolle, müsse man sich aber noch mehr engagieren und die Investitionen in die Region weiter ausbauen, ist man sich in Brüssel einig.

Denn sowohl wirtschaftlich, als auch geostrategisch dürften gute Beziehungen zu den aufstrebenden Asean-Staaten in Zukunft noch viel wert sein. Die indopazifischen Volkswirtschaften würden in den kommenden Jahren „wachsen und wachsen“, geriet Borell regelrecht ins Schwärmen. In dieselbe Kerbe schlug jüngst Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg bei einem Besuch in Vietnam: „Der Indopazifik ist Wachstumsregion, Aorta der Weltwirtschaft und geoökonomisches Gravitationszentrum zugleich.“

Dass (nicht nur) für Europa die Region immer stärker in den Fokus rückt, hat gute Gründe. Die indopazifischen Staaten wachsen so schnell wie sonst kaum eine andere Region auf der Welt. Rund 670 Millionen Menschen leben in den zehn Mitgliedstaaten des Asean-Bündnisses, Tendenz stark steigend. Rechnet man deren Wirtschaftsleistung zusammen, wäre die Region heute nach den USA, China und der EU bereits die viertstärkste Volkswirtschaft der Welt. In den kommenden fünf Jahren soll das BIP der aufstrebenden Tigerstaaten laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds um mehr als 40 Prozent steigen. Einerseits liegt das freilich an der wachsenden Bevölkerung, gleichzeitig bringen der jeweils wachsende Industrie- und Finanzsektor Wohlstand in die Region.

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