Leitartikel

Es wird Zeit, dass wir ernsthaft über islamischen Judenhass reden

Demonstranten verbrennen am 21. Oktober 2023 bei einem Protest gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen vor dem Büro des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (PNUD) in Caracas eine israelische Flagge.
Demonstranten verbrennen am 21. Oktober 2023 bei einem Protest gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen vor dem Büro des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (PNUD) in Caracas eine israelische Flagge.APA / AFP / Federico Parra
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Antisemitismus ist in weiten Teilen der arabischen Welt gesellschaftlicher Konsens. Es ist so dramatisch wie logisch, dass er nun bei uns neu aufkeimt.

Es ist 2023, und Juden fühlen sich in Europa nicht mehr sicher. Angriffe auf Synagogen, Messerattacken, Bombendrohungen – besonders in Frankreich, aber auch in Österreich und Deutschland häufen sich antisemitische Vorfälle. Dort, wo das „Nie wieder“ zu Hause ist. Und in Deutschland demonstrieren Islamisten für das Kalifat. Unter dem Schutz des Rechtsstaats, der ihnen die Versammlungsfreiheit gewährt, skandieren sie ihre totalitäre religiöse Ideologie, die genau diesen demokratischen Rechtsstaat untergehen sehen will. Jeder, der sich auch nur ein bisschen mit dem Islam und dem arabischen Raum beschäftigt hatte, wusste längst, was auf Europa zukommt. 

Warnungen gab es zahlreiche. Oft von Menschen, die selbst aus islamischen Ländern kommen und denen das Leben in einer freien Gesellschaft nicht geschenkt wurde. Die Autorin Ayaan Hirsi Ali stammt aus Somalia, flüchtete in die Niederlande und lebt heute in Stanford und England. In ihrem Buch „Ich klage an“ beschrieb sie bereits 2005, wie „der irrationale Hass gegen Juden und die Abneigung gegen Ungläubige“ in Koranschulen gelehrt und ständig in den Moscheen wiederholt werde. Juden würden „konsequent als Urheber alles Bösen“ dargestellt. Judenhass gibt es selbstredend nicht nur unter Muslimen. Aber er ist unter ihnen deutlich präsenter, virulenter und verfestigter. Und während Antisemitismus in Europa heute geächtet ist, ist er in weiten Teilen des arabisch-islamischen Raums gesellschaftlicher Konsens. 

Reale Probleme im Islam ansprechen

„Wie tiefgreifend diese Doktrin wirken kann, habe ich an mir selbst erlebt“, schreibt Hirsi Ali. Als ich zum ersten Mal einen Juden sah, war ich überrascht, dass es ganz offensichtlich ein normaler Mensch aus Fleisch und Blut war.“ Ihre Anklage richtet sie an Wissenschaftler und Politiker im Westen, die sich in zivilisatorischer Selbstgeißelung üben, statt reale Probleme im Islam anzusprechen. 

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