Krieg in Nahost

„Nirgends in Gaza ist es sicher“

In Rafah im südlichen Gazastreifen essen Kinder in den Ruinen ihres Elternhauses.
In Rafah im südlichen Gazastreifen essen Kinder in den Ruinen ihres Elternhauses. APA/AFP/Said Khatib
  • Drucken

Die israelische Armee müht sich, ihre Operationen in Gaza als bedacht darzustellen. Die Hamas behauptet, wieder sei ein Krankenhaus ins Visier geraten. Die westliche Kritik nimmt zu.

Das Bild ist schwarz-weiß und aus der Vogelperspektive aufgenommen. Ein türkises Fadenkreuz zielt auf ein Gebäude, wohl irgendwo im Gazastreifen. „Es sollte erwähnt werden, dass hier Leute verschiedener Altersgruppen sind“, sagt eine Stimme. „Wir müssen vielleicht zum nächsten Ziel.“ Darauf folgt ein Dialog: Eine andere Stimme erklärt, das Gebäude sei ein wichtiges Ziel. Die erste beharrt, es seien zu viele Menschen in der Nähe, um zuzuschlagen. Der Angriff aus der Luft wird gestoppt.

Es ist eines der Videos, mit denen die israelische Armee der Welt zeigen will, dass ihre Soldaten mit Bedacht im Kampf um den dicht besiedelten Gazastreifen vorgehen. In anderen sind Menschenmassen zu sehen, die durch einen errichteten Fluchtkorridor strömen. Seit zwei Tagen gibt es laut israelischer Armee in bestimmten Regionen von Gaza je vierstündige Feuerpausen für Hilfslieferungen. Doch die Versuche der israelischen Militärs, ihr Vorgehen in einem besseren Licht darzustellen, kommen längst nicht überall durch.

„Unverhältnismäßige Angriffe“

Bereits am Donnerstag hatte der aus Österreich stammende UN-Menschenrechtskommissar, Volker Türk, sowohl der palästinensischen Hamas als auch den Israelis vorgeworfen, Kriegsverbrechen zu begehen. Am Freitag legte er bei einem Aufenthalt in der jordanischen Hauptstadt, Amman, nach. „Wir haben ernsthafte Bedenken, dass es sich um unverhältnismäßige Angriffe handelt, die gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen“, sagte er über die israelische Operation. Zudem warnte er davor, die palästinensischen Zivilisten in Sicherheitszonen zu bringen. „Nirgends in Gaza ist es sicher“, so Türk.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.