Umfrage

Jeder fünfte Beschäftigte leidet unter Burnout-Symptomen

Der Anteil jener, die unter Burnout-Symptomen leiden, ist bei 20- bis 24-Jährigen, am höchsten.
Der Anteil jener, die unter Burnout-Symptomen leiden, ist bei 20- bis 24-Jährigen, am höchsten.Florian Gaertner/photothek.de via www.imago-images.de
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Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit: Die stummen Anzeichen eines Burn-Outs bleiben oft unbeachtet.

Um im Job Hochleistung zu erbringen, müssen sich die Arbeitnehmenden körperlich und psychisch wohlfühlen. Allerdings verspürt weltweit jeder fünfte Beschäftigte Burnout-Symptome. Dazu zählen Dauermüdigkeit, Konzentrationsstörungen oder eine starke Ablehnung gegenüber der eigenen beruflichen Tätigkeit. Geht es „nur“ um körperliche und geistige Erschöpfung, stellen sogar vier von zehn Angestellten entsprechende Symptome an sich fest, wie die aktuelle Studie „Reframing employee holistic health: The next phase beyond burnout“ des McKinsey Health Institute (MHI), analysiert. Dafür wurden über 30.000 Beschäftigte aus 30 Ländern befragt.

Über die exakte Definition eines Burnout-Syndroms sind sich selbst Fachleute nicht einig. Sie gehen davon aus, dass es sich nicht um eine Krankheit im engeren Sinn handelt, sondern ein Syndrom mit verschiedenen Beschwerden. Im Zentrum stehe die Erschöpfung durch Überlastung. Erste Burnout-Warnzeichen können die Zunahme von Überstunden, Fehlleistungen und häufigere Krankenstände sein. Schleichende Merkmale, die oft in den Hintergrund geraten und (zu) wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Höchster Anteil bei den Jungen

Insgesamt sei der Anteil derjenigen, die unter Burnout-Symptomen leiden, bei den 20- bis 24-Jährigen, am höchsten. Doch Burnout-Symptome sind nur ein Aspekt der Mitarbeitergesundheit. Wirklich gesund fühlen sich der Studie zufolge an ihrem Arbeitsplatz weltweit rund 57 Prozent der Befragten. Ein Fortschritt, wenn man den Verlauf der letzten Jahre beobachtet. Dennoch haben Unternehmen noch viele Möglichkeiten, um eine sichere und vertrauensvolle Arbeitsumgebung zu schaffen.

„Unternehmen haben in den vergangenen Jahren viel getan, um Burnout-Symptome vorzubeugen und sie abzuschwächen, insbesondere seit der Pandemie“, sagt Ulrike Deetjen, Partnerin bei McKinsey. „Künftig muss der Fokus aber noch stärker auf der Gesundheit liegen. Gesunde Mitarbeitende sind effizienter, bringen innovativere Ideen ein und tragen maßgeblich zur Kundenzufriedenheit bei.“ Arbeitnehmende, die ausgegrenzt werden oder nicht wissen, was von ihnen erwartet wird, weisen häufiger Burnout-Symptome auf. Beschäftigte, die ihre Arbeit als sinnvoll empfinden und Ideen einbringen können, fühlen sich dagegen mit größerer Wahrscheinlichkeit gesünder. Davon profitieren auch die Unternehmen.

Ortunabhängig zu arbeiten kann förderlich sein

Auch die Arbeitsumgebung hat Einfluss auf die betriebliche Gesundheit. So verspüren über ein Drittel der Beschäftigten, die vollständig in Präsenz arbeiten, aber gern ortsunabhängig arbeiten würden, Burnout-Symptome. Bei denjenigen, die an ihrem bevorzugten Arbeitsort tätig sind, sei dies dagegen nur jeder Fünfte. „Um die Mitarbeitergesundheit nachhaltig zu fördern, brauchen Unternehmen einen systematischen Ansatz, der Initiativen auf verschiedenen Ebenen – von der Organisation über die einzelnen Teams bis hin zu den individuellen Rollen und Mitarbeitern – einbezieht“, so Deetjen. (ere)

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