Erdbeben

Kilometerlanger Magma-Tunnel bahnt sich Weg unter isländische Kleinstadt

Auf einer Straße treten aufgrund vulkanischer Aktivität in der Nähe einer Polizeistation in Grindavik, Island, Risse auf.
Auf einer Straße treten aufgrund vulkanischer Aktivität in der Nähe einer Polizeistation in Grindavik, Island, Risse auf.Reuters / Ruv/ragnar Visage
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Die Schäden in der geräumten Stadt Grindavík sind größer als angenommen. Es gibt Anzeichen, dass ein Ausbruch im Atlantik bevorstehen könnte.

Eine Erdbebenserie erschütterte am Wochenende Island. Ein begleitendes Phänomen bringt die Stadt Grindavík in Gefahr. Die Kleinstadt liegt rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Reykjavik. Die rund 3700 Einwohner mussten in der Nacht auf Samstag ihre Häuser verlassen, weil ein etwa 15 Kilometer langer Magma-Tunnel unter Grindavík hindurch bis ins Meer verläuft. Die nahe gelegene Blaue Lagune, eine der bekanntesten Touristenattraktionen Islands, war bereits Tage zuvor geschlossen worden.

Experten nannten am Wochenende drei mögliche Szenarien: Entweder das Magma breche auf dem Festland aus, die Lage beruhige sich oder es gebe einen Ausbruch am Meeresboden vor der Küste. Der Wetterdienst erklärte am Montag, das Magma in dem Tunnel könne wahrscheinlich leicht einen Weg an die Erdoberfläche finden, sodass eine Vorwarnung kaum möglich sei. Der frühere isländische Präsident Ólafur Ragnar Grímsson verwies auf 30 Erdbeben kurz vor der Insel Eldey. Das könne auf einen Ausbruch im Meer hindeuten, schrieb er auf der früher als Twitter bekannten Plattform X.

Weniger heftige Erdstöße

Die Lage auf der von einem Vulkanausbruch bedrohten isländischen Halbinsel Reykjanes hat sich in der Nacht auf Montag allerdings etwas beruhigt. Seit Mitternacht habe es etwa 300 Erdbeben gegeben, die alle eine geringere Stärke als 3,0 gehabt hätten, meldete der Sender RUV. Zuvor waren die Erdstöße häufiger und stärker gewesen.

Wetterdienst und Zivilschutz wollten noch entscheiden, ob weitere Einwohner der geräumten Stadt Grindavík kurz in ihre Häuser zurückkehren können, um das Allernotwendigste in Sicherheit zu bringen. Bereits am Samstag hatten Einwohner von 20 Häusern Habseligkeiten und Haustiere retten können. Zivilschutzchef Vídir Reynisson sagte laut RUV, die Schäden in Grindavík seien größer als angenommen. Wasser- und Stromleitungen seien beschädigt. (APA/dpa)

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