Geschichtswissenschaft

Forscher sagt: „2024 wird das System in den USA möglicherweise zusammenbrechen“

„Trump ist sehr reich, ein guter Organisator und er hat die Arbeiter ohne höheren Abschluss mobilisiert“, sagt Peter Turchin. Im Bild: Trump-Anhänger im Ted Hendricks Stadium in Hialeah, Florida, am 8. November 2023.
„Trump ist sehr reich, ein guter Organisator und er hat die Arbeiter ohne höheren Abschluss mobilisiert“, sagt Peter Turchin. Im Bild: Trump-Anhänger im Ted Hendricks Stadium in Hialeah, Florida, am 8. November 2023.APA / AFP / Ricardo Arduengo
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Der Komplexitätsforscher Peter Turchin will mit „Cliodynamics“ die Geschichtswissenschaft auf eine empirische Basis stellen. Im „Presse“-Interview spricht er über Trump und die Umverteilung von unten nach oben.

Die Presse: Der britische Historiker Niall Ferguson hat kürzlich den dritten Weltkrieg prognostiziert. Sie wollen die Geschichtswissenschaft auf eine empirische Basis stellen. Wie lautet Ihre Prognose?

Peter Turchin: Ich fürchte, er hat recht, aber ich hoffe, er irrt sich. Ein dritter Weltkrieg würde ohne Zweifel auch den Iran involvieren, und die USA haben mit den aktuellen Krisen wohl bereits mehr als alle Hände voll zu tun. 

Sie sammeln für „Cliodynamics“ Daten aus Tausenden Jahren und leiten daraus große Entwicklungsströme ab. Welche Phasen haben sie dabei entdeckt?

Vereinfacht gesagt betreiben wir Geschichte nach Prinzipien der Naturwissenschaft. Wir testen Theorien mithilfe empirischer Daten. Unsere Datenbank reicht 5000 Jahre zurück, als die ersten Staaten entstehen, und wir haben bereits mehr als 200 Gesellschaften dokumentiert. Sie alle gehen durch integrative und desintegrative Phasen. Manche erleben Bürgerkriege und Revolutionen, andere nicht. Wir wollen die Gründe herausfinden und allgemeine Hypothesen ausarbeiten.

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