Begnadigt von Putin

Mordkomplize im Fall Politkowskaja ist frei – und kämpft auf Russlands Seite gegen die Ukraine

Nicht mehr hinter Gittern: Sergej Hadschikurbanow (rechts) ist einer der Männer, die den Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja organisiert haben.
Nicht mehr hinter Gittern: Sergej Hadschikurbanow (rechts) ist einer der Männer, die den Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja organisiert haben.APA/AFP/Andrei Smirnov
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Die auf Wagner-Gründer Jewgenij Prigoschin zurückgehende Knastanwerbung hat Folgen bis in die Gegenwart: Auch berüchtigte Straftäter „beweisen“ sich im Ukraine-Krieg – und dürften künftig nach Russland zurückkehren.

Eigentlich sollte Sergej Hadschikurbanow bis ins Jahr 2034 hinter Gittern sitzen. Hadschikurbanow ist einer von insgesamt sechs Männern, die die russische Justiz in mehreren umstrittenen Prozessen für den Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja verantwortlich gemacht und zu langen Haftstrafen verurteilt hat. Politkowskaja, die für die Moskauer Oppositionszeitung „Nowaja Gaseta“ kritisch über Wladimir Putins Krieg in Tschetschenien berichtet hatte, wurde 2006 in ihrem Wohnhaus erschossen. Der frühere Polizeibeamte Hadschikurbanow (ihm wurde die Organisation des Mordes zur Last gelegt) verweigerte stets die Aussage. Die Auftraggeber des Mordes liegen bis heute im Dunkeln und dürften, solang Präsident Wladimir Putin im Kreml sitzt, nicht bekannt werden.

Am Dienstag wurde hingegen bekannt, dass Hadschikurbanow seit Ende 2022 auf russischer Seite in der Ukraine kämpft. Sein Anwalt bestätigte dies gegenüber dem russischen Medium RBK. Hadschikurbanow habe zunächst als Häftling am Krieg teilgenommen, sei danach begnadigt worden und würde nun als Vertragssoldat dienen. Aufgrund seiner Polizeierfahrung sei er bereits zum Bataillonskommandanten befördert worden.

Bis heute brisanter Mordfall

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