Anstoß

Gebt Toni Polster endlich seine Tore!

Toni Polster traf und jubelte für Österreich. Nur die Fifa zählt anders.
Toni Polster traf und jubelte für Österreich. Nur die Fifa zählt anders.GEPA pictures/ Witters
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Toni Polster stürmt mit Anwalt Manfred Ainedter vor, damit nach jahrzehntelangen Vertröstungen seine Fußball-Statistik korrigiert wird. Er bestritt 98 und nicht 95 Länderspiele, er schoss 47 und nicht 44 Tore. Der Weltverband Fifa legt sich jedoch laut ÖFB quer. Warum? Damals gab es „inoffizielle“ Länderspiele. Kein Witz.

Mit Schlusspfiff ist doch noch lange nicht Schluss. Und wer Großes auf dem Fußballrasen erreicht hat für sein Land, pocht eben auch Jahrzehnte später noch darauf, dass alles korrekt niedergeschrieben ist. Für sich, für sein Vermächtnis, aus Stolz. Und Toni Polster ist in den ewigen Bestenlisten der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft noch immer ganz oben zu finden, obwohl er seine Teamkarriere am 1. September 2000 beendet hat. 44 Tore sind unerreicht, seine 95 Länderspiele wurden bisher nur von Marko Arnautovic, David Alaba, Andreas Herzog und Aleksandar Dragovic übertroffen.

Er war WM-Spieler, ließ es für Klubs am Verteilerkreis, Italien, Spanien und Deutschland „polstern“. Und doch, glücklich war der Wiener mit dieser Zählung nie. Denn, es fehlt etwas: Drei Tore, drei Länderspiele, aus den Jahren 1984 bis 1988. 35 Jahre später ist es dem Ex-Stürmer zu bunt geworden, er hat der Bürokratie und Vertröstungen genug und geht gegen das von ihm als gravierendes Unrecht interpretierte Unbill mit Rechtsanwalt Manfred Ainedter vor. Was notorische Besserwisser und Nörgler prompt als Angst um Rekorde oder Profilierungsneurose („Lex Polster“) interpretieren, hat für einen Sportler jedoch viel wurzelnden Wert. Immerhin, er hat diese Tore ja geschossen. Für Österreich, für die Mannschaft, für sich. Der ÖFB aber fühlt sich für diese „Korrektur“ nicht zuständig und verweist auf den Weltverband Fifa.

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