Quergeschrieben

In Zeiten der Verunsicherung – Parteipolitiker fehl am Platz

Warum keine der im Parlament vertretenen Parteien zurzeit bietet, was die Bevölkerung braucht: Ermunterung statt Zank, Verlässlichkeit statt schwacher Führung. 

Frag nicht, was du für deine Partei tun kannst, frag, was du für das Land tun kannst. John F. Kennedy möge diese Verballhornung seiner berühmten Antrittsrede („Frag nicht, was dein Land für dich tun kann …) verzeihen, aber diese Aufforderung scheint in Österreich weniger als ein Jahr vor der nächsten Wahlentscheidung dringend geboten. Sie richtet sich nicht an die Wähler, sie richtet sich an die politisch Verantwortlichen aller derzeit im Parlament vertretenen Parteien.

In Zeiten wie diesen, in Zeiten der großen Verunsicherung, national und international, müssten Entscheidungsträger Sicherheit, Besonnenheit, Verlässlichkeit, einen kühlen Kopf also, bieten. Ein Klischee, aber wahr: Bestimmte Zeiten erfordern ganz bestimmte Politikertypen. So war Bundeskanzler und SPÖ-Chef Franz Vranitzky in all seiner Distanziertheit und Emotionslosigkeit der „Richtige“ in den aufgeregten Jahren der Waldheim-Affäre, der Bedrohung durch den Zerfall Jugoslawiens, der Hysterie, die Jörg Haider in die Politik brachte. Er strahlte Ruhe aus – zumindest öffentlich. Als sich die Lage 1995 beruhigte, war seine Zeit vorbei. Nur als Beispiel.

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